
Bio boomt: Der Umsatz der Biobranche stieg in 2007 um 15 Prozent auf mehr als fünf Milliarden Euro - und auch für das laufende Jahr werden hohe Zuwachsraten erwartet. Supermärkte und Discounter sind auf den Zug aufgesprungen und bieten mittlerweile eigene Bioprodukte an. Doch ist immer "Bio" drin, wo "Bio" draufsteht?
Die Bezeichnungen "Bio" und "Öko" sind seit der EG-Öko-Verordnung 1991 gesetzlich geschützt. Alle Produkte, die mit dieser Aufschrift werben, müssen mindestens dieser europäischen Verordnung, die regelmäßig überarbeitet wird, entsprechen. 2001 wurde in Deutschland das staatliche "Biosiegel" eingeführt, das Erkennungszeichen für ökologisch erzeugte Lebensmittel. Das kleine sechseckige Zeichen mit dem Schriftzug "Bio" garantiert nach Angaben des Bundesverbraucherministeriums, dass "Bio drin ist, wo Bio drauf steht".
Mindestens 95 Prozent der Grundzutaten müssen aus dem Bio-Landbau stammen. Es ist verboten, in Bio-Lebensmittel Farbstoffe, Geschmacksverstärker, künstliche und naturidentische Aromen, Stabilisatoren oder synthetische Süßstoffe zu verarbeiten. Tiere dürfen keine Antibiotika, Wachstum- oder Leistungshormone im Futter bekommen. Auch Stickstoff-Dünger und chemische Pflanzenschutzmittel sind verboten. Allerdings sagt das Bio-Siegel nichts über die Länge der Transportwege aus.Bio muss nicht unbedingt teuer sein: Immer mehr Discounter und Supermärkte bieten Biolebensmittel an. Eine Untersuchung des Verbrauchermagazins "Öko-Test" (September 2007) ergab, dass günstige Bio-Ware vom Discounter größtenteils hält, was sie verspricht. Getestet wurden insgesamt 75 Lebensmittel, wobei die meisten - bis auf Bio-Weichkäse und einige Milchprodukte - gut abgeschnitten haben.
Doch was ist, wenn auf dem Lebensmittel nicht "Bio", dafür aber Begriffe wie "kontrollierter Anbau" "alternativ", "umweltverträglich", "unbehandelt" oder "von staatlich anerkannten Bauernhöfen" stehen? Diese Begriffe sind gesetzlich nicht geschützt. Sie suggerieren, dass es sich um Bio-Lebensmittel handelt, tatsächlich sind es Produkte aus der konventionellen Landwirtschaft.
Ab 2009 werden Bio-Produkte überall in Europa dasselbe Siegel tragen, damit Verbraucher auf einen Blick erkennen können, ob Lebensmittel entsprechend der EU-Ökoverordnung produziert worden sind. Neu ist, dass Bio-Lebensmittel dann bis zu 0,9 Prozent gentechnisch veränderte Zutaten beinhalten dürfen.
Quelle:
AOK - Die Gesundheitskasse. (Artikeldatum: 03.02.2008)

