
Kennen Sie WM-Food? Zur Zeit verkaufen sich Nahrungsmittel besonders gut mit Fußball-Attributen. Das führt zu mancher Kuriosität.
Was haben ein Kloß und ein Fußball gemeinsam? Sie sind beide rund und wurden im 19. Jahrhundert erfunden. Erfinderisch zeigte sich auch das Thüringer Kloßmuseum Heichelheim: Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 präsentierte es den ersten Fußball-Kloß in Groß-Format.
WM-Food ist seitdem auch hierzulande ein Begriff: Ob Elfmeter-Brot, Vierer-Kette und Rasenschnitte aus der Bäckerei, Eis-Fankurven und Halbzeit-Pizzen im Supermarkt der Phantasie scheinen keine Grenzen gesetzt. Die Mensa der Deutschen Sporthochschule Köln hatte im Juni 2006 ein spezielles Stürmer-Menü im Angebot Hähnchenbrust auf Rhabarber-Pfefferkompott nach dem Motto fruchtig spritzig wie der Stürmer mit ordentlich Pfeffer in der Butz. Der Bonner Ernährungs-Infodienst aid startete zur gleichen Zeit eine kulinarische Serie WM-Food aus aller Welt mit Infos über kulinarische Köstlichkeiten und kulturgeschichtliche Aspekte einiger WM-Nationen.
Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie zog nach und präsentierte 2008 zur Fußball-Europameisterschaft eine Umfrage unter den Fans aus aller Welt zu ihren Nasch- und Knabbergewohnheiten. Ergebnis: Deutsche, Kroaten, Österreicher und Schweizer stehen auf Chips, Nüsse und Salzstangen, Polen und Franzosen outeten sich als Schokoladenfans.
Auch im WM-Jahr 2010 setzen Caterer und Lebensmittel-Hersteller auf den Fußball-Hype: Geplant ist beispielsweise eine Aktionswoche zur Küche Südafrikas mit landestypischen Fleischsorten wie Strauß und viel Obst und Gemüse auf dem Speisezettel. Ein anderer Caterer will Menüs aus den verschiedenen WM-Teilnehmerländern anbieten. Um die heimische Gastronomie in Schwung zu bringen, hat sich ein Lebensmittelhersteller ein Aktionskonzept ausgedacht: Hiesige Gerichte werden exotisch abgewandelt, beispielsweise durch unterschiedliche Saucen: Aus der Currywurst wird dann ganz einfach ein Burrito Mexico, aus der Bratwurst eine südafrikanische Boerewors (Burenwurst). Und wenn Deutschland spielt, gibts Schnitzel schwarz-rot-gold.
Auf das große Geschäft hoffen auch die Getränkehersteller: Ob Whisky-Cola in der Zebra-Look-Dose oder Bierdosen in Rasen- oder Balldesign Hauptsache, Ball und Rubel rollen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung DGE sieht das allerdings kritisch: Schon 2006 zur WM in Deutschland mahnte sie zu mäßigem Alkoholkonsum. Frauen sollten nicht mehr als 10 g, Männer nicht mehr als 20 g Alkohol pro Tag zu sich nehmen. 0,2 l Bier liefern schon 8 g, ein Viertel Wein 20 g und ein Schnapsglas mit Spirituosen (0,02 l) mehr als 5 g Alkohol egal in welchem Design. Dann vielleicht doch besser den Rasen-Cocktail aus grünem Pfefferminzsirup und Orangensaft...
Martina Tschirner, Tim Sterniczuk, Die besten Snacks & Drinks zum Anpfiff: WM 2010, Hölker Verlag, März 2010, 9,95 Euro, ISBN-10: 3881178147
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Quelle:
AOK - Die Gesundheitskasse. (Artikeldatum: 02.07.2010)

