
Kurzübersicht
Gesund macht Schule (GmS) hat das Ziel, Schulen bei der Umsetzung gesundheitsförderlicher Maßnahmen in den Schulalltag zu unterstützen. Das Konzept besteht dabei aus einzelnen "Bausteinen", wie zum Beispiel
die nach Wunsch der Schulen unterschiedlich genutzt werden und mit weiteren Gesundheitsförderungsprogrammen (z.B.: Klasse 2000/OPUS) kombiniert werden können.
Über das Unterstützungskonzept können Schulen
Die Ausgestaltung des Konzeptes ist von der individuellen Umsetzung der Lehrer beziehungsweise Schule abhängig. Dies bietet den Schulen ein Höchstmaß an Flexibilität und führt in der Praxis zu vielen unterschiedlichen Herangehens- und Vorgehensweisen. Das spiegelt sich auch in den Beispielen auf dieser Internetseite wider.
Durch den Einsatz eines Newsletters, durch Internetseiten und durch regionale Arbeitskreisveranstaltungen können die Projektteilnehmer regelmäßig Erfahrungen im Rahmen von GmS austauschen. Der regionale Austausch hilft allen Beteiligten, ihre eigenen Planungen zu reflektieren. Die Teilnehmer gewinnen im Gespräch mit anderen Beteiligten wichtige Anregungen für die Fortsetzung der eigenen Arbeit.
GmS befindet sich ständig in einem Prozess der Praxiserprobung, Weiterentwicklung sowie Optimierung und ist auch deshalb als ein offenes und lernendes Konzept zu bezeichnen. Für die Weiterführung und Verbesserung des Projektes ist der regelmäßige Erfahrungsaustausch aller Beteiligten einer der wichtigsten Bestandteile.
Die nächsten Kapitel beschreiben zunächst die Grundstruktur von GmS und das darin enthaltene Unterstützungsangebot. Die verschiedenen Gesundheitsthemen werden im Folgenden zusammen mit den Beispielen für die praktische Umsetzung aufgeführt und näher erläutert.
Ziele
Die Lebenswelt Schule eignet sich sehr gut, um Grundlagen für gesundheitsbewusstes Verhalten zu legen. Das gilt für Schüler, deren Eltern und für Lehrer und andere Mitarbeiter in der Schule.
Mit GmS initiieren Ärztekammer Nordrhein und die AOK Rheinland Prozesse an Grundschulen, die eine gesundheitsförderliche Entwicklung von Schule einleiten sollen. Konkret unterstützt GmS Lehrer, bei ihren Schülern und sich selbst frühzeitig gesundheitsbewusste Einstellungen und Verhaltensweisen zu fördern und zu entwickeln (z.B. Freude an der körperlichen Bewegung, Genuss bei Mahlzeiten, Selbstwirksamkeitsgefühl, Ich-Stärke, Stressbewältigungsverfahren). Die Zunahme von lebensstilbedingten Erkrankungen zeigt, dass die frühzeitige Vermittlung von Gesundheitskompetenz wichtig ist, um Lebensqualität langfristig zu erhalten.
Das kann nur gelingen, wenn alle Beteiligten schon in der Grundschule "Gesundheit" als sinnstiftend und nicht nur als ein zeitlich begrenztes Unterrichtsthema erleben. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es wichtig, dass Gesundheitsförderung als ein von allen Beteiligten der Schule mitgetragenes und mitzuentwickelndes Konzept verstanden wird. Eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern ist unerlässlich, damit sie das in der Schule Vermittelte mittragen und in der häuslichen Umgebung verwirklichen. Diese Prozesse lassen sich durch GmS anregen; entwickeln müssen sie sich an den Schulen selbst.
Elternarbeit
Besonders Eltern von kleineren Kindern haben ein großes Interesse an Gesundheits- und Kindergesundheitsthemen. Mit zunehmendem Alter der Kinder nimmt dies beobachtungsgemäß ab. Das spiegelt sich in der Inanspruchnahme der U9 und J1 wider. Viele Informationen und Handlungskompetenzen, die zum Beispiel mit der Ernährung und Bewegung zusammenhängen, sind den Eltern nicht bekannt. Gelegenheiten, sich mit Fachleuten auszutauschen, sind selten. Hier setzt die schulische Elternarbeit ein, die GmS in Kooperation mit Patenärzten realisiert. Gruppenarbeit bietet die Chance, qualitätsgesicherte Gesundheitsinformationen und Handlungsempfehlungen an die Eltern weiterzugeben.
Ärzte-Schulpatenschaften
Die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern (z.B. Gesundheitsämtern, Beratungsstellen, Krankenhäusern) und speziell den Schulpatenärzten, die die Fachkompetenz für Gesundheitsfragen haben, soll die Lehrer bei ihren Aktivitäten zur Elternarbeit anregen. Deshalb stehen im Mittelpunkt der Projektinitiative die "Patenschaften" zwischen Ärzten und Schulen.
Auch für die Schüler hat sich der Kontakt zu den Ärzten, die Möglichkeit, Fragen zu stellen oder einmal ohne krank zu sein, eine Arztpraxis kennen zu lernen, als sehr gewinnbringend herausgestellt.
Letztlich kann nur die Sensibilisierung aller, der Lehrer, Schüler und Eltern dazu führen, dass ein Bewusstsein für Gesundheit geschaffen wird, um das Ziel einer gesundheitsförderlichen Gestaltung von Schule und Umgebung zu erreichen.
Welche Unterstützung gibt GmS?
Das Unterstützungskonzept von GmS basiert auf fünf Bausteinen.
Alle Bausteine sind inhaltlich und methodisch miteinander verknüpft. Von folgenden Angeboten können Lehrer profitieren:
1. Schulpatenschaften durch Ärztinnen und Ärzte
Durch die Vermittlung eines Patenarztes/einer Patenärztin zur Projektbegleitung, die der vornehmlichen Unterstützung der Unterrichts- und Elternarbeit dient, wird eine "außerschulische" und neue Perspektive in die Planung der gesundheitsförderlichen Aktivitäten eingebracht, die von den Beteiligten als bereichernd erlebt wird. Lehrer und Patenärzte bilden zu Projektbeginn ein Gesundheitsteam, an dem sich im Idealfall noch weitere Akteure (Schüler, Eltern, weitere medizinische Fachberufe etc.) beteiligen. Die Teams beraten, wie das Projekt an der Schule umgesetzt werden könnte.
2. Materialien für die Unterrichts- und Elternarbeit
Um die Arbeit der Teams vor Ort konkret zu unterstützen, hält GmS Medien und Materialien für den Unterricht vor. Für die Themen
sind Arbeitsmaterialien entworfen worden. Sie vermitteln Hintergrundwissen und enthalten praktische Anregungen in Form von Arbeitsblättern, Didaktiken und Methodiken. Weitere Hilfsmaterialien wie zum Beispiel der "Anatomische Teddy Benny" oder die "Entspannungskiste" mit verschiedenen therapeutischen Spielmaterialien stellt GmS zur Unterstützung des Gesundheitsunterrichtes in den Regionen zur Verfügung.
3. Fortbildungen
Für Lehrer bietet GmS auf der Basis der didaktischen Arbeitsmappen verschiedene Fortbildungsveranstaltungen an. Bei den Fortbildungen bekommen die Lehrer Tipps, wie die Arbeitsmappen im Unterricht eingesetzt werden können. Sie bekommen Basiswissen zu den Präventionsthemen vermittelt und haben die Möglichkeit, aktive Unterrichtselemente einzuüben.
GmS bildet wie die Lehrer auch die Patenärzte zu den Präventionsthemen fort, wobei hier das Thema "Elternarbeit" stark berücksichtig wird. Den Eltern bietet GmS eine Art Elternschule zu allen Präventionsthemen an, hier vor allem unter dem Aspekt der erzieherischen Kompetenzerweiterung. Für Lehrerinnen und Lehrer organisiert GmS darüber hinaus Fortbildungen zur eigenen Gesundheitsstärkung mit Themen wie zum Beispiel
Hintergrund für diese Maßnahmen ist, dass Lehrer nur dann das Thema Gesundheitsförderung in ihren Schulen erfolgreich integrieren können, wenn sie sich dabei nicht selbst überfordern.
4. Arbeitskreise
Auf regionaler Ebene lädt GmS über die Regionaldirektionen der AOK zu drei Arbeitskreisen pro Jahr ein. Schulen, Patenärzte und Projektkoordinatoren können sich in diesem Rahmen regelmäßig austauschen. Alle Beteiligten haben die Möglichkeit, während der Projekttreffen über ihre Erfahrungen zu sprechen, Anregungen und Tipps auszutauschen und sich dabei schulübergreifend kennen zu lernen. Die Projektkoordinatoren erhalten gleichzeitig wertvolle Hinweise über zentrale Anliegen der Schulen, die helfen, das Projekt nahe an der Wirklichkeit der Schulen zu konzipieren.
5. Kommunikation und Medien
Bei vielen Projektbeteiligten ist neben der Koordinationsstruktur vor allem der Informations- und Erfahrungsaustausch eine Herausforderung. Kommunikation stufen die Teilnehmer in der Regel als sehr wichtig ein; die dafür erforderliche Beteiligung ist teils nur schwer zu erreichen. Im Rahmen des Projektes GmS stehen verschiedene Medien und Kommunikationswege zur Verfügung, die für Informationen sorgen, zum Erfahrungsaustausch und zur kontinuierlichen Verbesserung des Projektangebots beitragen sollen.
Vier Ausgaben des Newsletters "GmS" erscheinen pro Schuljahr. Jede Ausgabe beschäftigt sich mit einem Hauptthema aus dem Bereich der Prävention. Beispiele aus der Praxis der Schulen, Experten- und Elternmeinungen sowie Termine, Veranstaltungs- und Medientipps bestimmen den Inhalt. Die Newsletter sind vor allem ein Medium für die Elternarbeit. Jedem Newsletter ist aus diesem Grund ein Elternbrief beigefügt. Die Schulen können den Newsletter über die Schüler an die Familien verteilen oder den Newsletter mit individuellen Begleitbriefen und der Beschreibung eigener Aktivitäten versenden oder bei Elternabenden verteilen.
Dokumentation und Evaluation
Um die Akzeptanz, die Auswirkungen und die Wirksamkeit der einzelnen Bausteine beurteilen zu können, wird GmS von drei verschiedenen Institutionen überprüft und evaluiert.
Mittels Evaluation will GmS hauptsächlich die vorgeschlagenen Maßnahmen und deren Optimierung oder Ergänzung überprüfen.
Die Arbeitsgruppe "Prävention und Gesundheitsförderungß unter der Leitung von Professor Dr. Klaus Hurrelmann und Dr. P.H. Heike Kähnert an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld führt dabei im Projektzeitraum 2003–2005
Als Instrumente dienen dabei
Das Institut für Herz-Kreislaufforschung der Sporthochschule Köln, Dr. med. Christine Graf, ermittelt im Rahmen einer regional begrenzten Studie die Auswirkungen des Bausteins "Bewegung und Entspannung".
Das Institut ermittelt die Auswirkungen mit Hilfe des "Dordel-Koch-Tests", der hilft, motorische Hauptbeanspruchungsformen zu bestimmten. Dazu zählten
Diese Untersuchungen werden zu Beginn des ersten, am Ende des zweiten und am Ende des vierten Schuljahres durchgeführt (T2) (T3). Als Kontrollgruppe (KG) dienen Kinder einer anderen Grundschule (n= 108), an der kein zusätzliches Programm erfolgt.
Über die Ärztekammer Nordrhein ermittelt GmS jährlich mit standardisierten Fragebögen, welche Projektbausteine umgesetzt und welche Kooperationspartner dabei einbezogen werden. Auch erhebt GmS wie sich die Arzt-Lehrer-Teams in den Schulen etablieren. Über offene Fragen werden zudem individuelle Wünsche und Verbesserungsvorschläge zum Projekt erfragt.
Mit Hilfe der beschriebenen Instrumente soll das Konzept von GmS im Prozess verbessert und auf die vorhandenen Bedürfnisse von Kindern, Eltern und Lehrern abgestimmt werden.
Quelle:
AOK - Die Gesundheitskasse. (Artikeldatum: 08.10.2007)

