
Wer kennt das nicht: Auf dem Weg ins Büro noch schnell beim Bäcker vorbeizulaufen und ein Brötchen auf die Hand mitzunehmen, nach einem anstrengenden Tag lieber mit dem Auto als mit dem Fahrrad heimzufahren und beim Schnellimbiss eine Bratwurst zu verzehren, anstatt sich selber eine warme Mahlzeit zuzubereiten.
Unser heutiger Lebensstil ist häufig gekoppelt mit einer ungesunden Ernährungsweise. Wir ernähren uns zu fett- und zuckerreich und verzichten dabei auf wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe.
Die energiereiche Kost kann jedoch auf Dauer zu Übergewicht oder sogar Fettleibigkeit (Adipositas) führen. Dadurch können schwere Folgekrankheiten entstehen.
Die meisten Folgekrankheiten treten erst in späteren Lebensabschnitten auf, doch es gibt eine ganze Reihe von Leiden, die auf zu viele Kilos schon im Kindesalter zurückzuführen sind.
Ständige Überlastung schädigt häufig schon in jungen Jahren die Gelenke, Wirbelsäule oder Sehnen. So kann es zu typischen Störungen im Halte- oder Stützapparat kommen.
Das Auftreten von ernährungs- und lebensstilbedingtem Diabetes mellitus Typ 2 (Zuckerkrankheit) spielt sogar schon im Kindesalter eine Rolle. Insgesamt wurde 1995 die Zahl der Erkrankten in Deutschland auf ca. 2,7 Millionen geschätzt, 2000 schon auf ca. 3,4 Millionen – für 2010 werden 4,2 Millionen prognostiziert (Ernährungsbericht 2004 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung).
Erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes hängen eng zusammen und bilden das Metabolische Syndrom, das sogenannte „Wohlstands-Syndrom“.
Die durch Übergewicht hervorgerufenen körperlichen Beeinträchtigungen sind die eine Seite; zusätzlich kämpfen Menschen mit Adipositas aber auch meistens mit starken psychosozialen Folgen, die sich in einem niedrigen Selbstwertgefühl oder in Form von Depressionen äußern.
Die gute Nachricht: Ernährung ist zwar ein Risikofaktor für chronische Erkrankungen, der aber gut zu beeinflussen ist. Wir entscheiden meist selbst, was und wie viel wir essen und uns bewegen. Wir haben also einen erheblichen Einfluss darauf, ob wir die Grundlage für die Zunahme von chronischen, ernährungsmitbedingten Krankheiten legen oder nicht.
Weitere Informationen zu ernährungsmitbedingten Krankheiten finden Sie unter:
Diabetes mellitus
Bluthochdruck
Fettstoffwechselstörungen
Quelle:
MKULNV NRW (Artikeldatum: 08.10.2007)

