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Gut leben ohne Gluten

Die Krankheit hat viele Gesichter und ist daher nur schwer zu fassen: Schätzungsweise jeder 250. Deutsche ist von Zöliakie betroffen doch nur jeder Vierte weiß davon.

Wird die chronische Darmerkrankung nicht erkannt, kann es zu Folgeerkrankungen wie Osteoporose und Gelenkentzündungen kommen. Betroffene leiden außerdem häufig an Typ-I-Diabetes.

Zöliakie auch Sprue genannt, ist eine Unverträglichkeit des Klebereiweißes Gluten, das in heimischen Getreidesorten wie Weizen, Dinkel, Grünkern, Gerste, Hafer oder Roggen enthalten ist. Häufig wird es als Binde- und Verdickungsmittel oder Trägerstoff von Aromen, Farbstoffen oder Geschmacksverstärkern eingesetzt. Auch Wurst, Schokolade, Fruchtjoghurts oder Pommes frites können also glutenhaltig sein.

Das Gluten schädigt bei den Betroffenen die Dünndarmschleimhaut worüber die Nährstoffe in den Körper gelangen: Es kommt zu einer Abwehrreaktion, bei der das eigene Immunsystem die Schleimhaut angreift und zerstört. Die Folge ist eine chronische Entzündung, bei der Darmzotten abgebaut werden. Dadurch können die Nährstoffe nicht mehr ausreichend aufgenommen werden.

Vererbung spielt eine Rolle

Woher diese Unverträglichkeit rührt, ist nicht genau bekannt. Eine wichtige Rolle spielen offenbar genetische Faktoren. Die Symptome der Zöliakie sind vielfältig, was das Erkennen dieser Krankheit nicht gerade einfach macht: Häufig leiden die Betroffenen unter Durchfall, aber auch Eisenmangel, Gewichtsverlust und im Kindesalter Wachstumsstillstand oder auffällig weinerliches Verhalten können Anzeichen sein.

Besteht der Verdacht auf eine Glutenunverträglichkeit, kann der Arzt eine  Blutuntersuchung durchführen. Der Bluttest auf die Antikörper Transglutaminase, Endomysium und Gliadin gibt erste Hinweise auf eine mögliche Zöliakie. Zur endgültigen Abklärung ist jedoch eine Biopsie (Gewebeprobe) aus dem Dünndarm erforderlich. Dabei wird eine Sonde über Mund, Speiseröhre und Magen in den Dünndarm geschoben und das dabei entnommene Gewebe anschließend mikroskopisch untersucht.

Die Krankheit lässt sich weder heilen, noch medikamentös behandeln. Doch ihre Symptome sind vermeidbar wer sich glutenfrei ernährt, kann ein ganz normales Leben führen. Allerdings müssen Betroffene dafür etwas tiefer in die Tasche greifen: glutenfreie Lebensmittel sind nach Angaben der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft um 30 bis 50 Prozent teurer und häufig nur im Reformhaus zu bekommen.

Auf Etikette achten!

Positiv für Betroffene: Seit November 2005 müssen Zutaten, die in Europa häufig Allergien oder Unverträglichkeiten hervorrufen, entsprechend gekennzeichnet werden. Beträgt der Glutengehalt eines Produktes maximal zwei Milligramm pro 100 Gramm Trockenmasse, gilt es als glutenfrei. Verbraucher erkennen das an dem Siegel mit einer durchgestrichenen Ähre. Daher immer aufs Etikett achten und die Zutatenliste studieren. Wer im Restaurant isst, sollte nachfragen, ob das Gericht glutenfrei ist. Ist dies nicht eindeutig klar, besser ein getreidefreies Gericht aus der Speisekarte wählen.

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Quelle: externer Link AOK - Die Gesundheitskasse. (Artikeldatum: 21.07.2008)

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