
Sauermilchprodukte wie Jogurt sind bekömmlich und leicht verdaulich. Die Verdauungssäfte können gut ansetzen, um die wertvollen Eiweißbausteine und das Milchfett für den Körper zugänglich zu machen. Über 17 kg Jogurt verzehrt der Bundesbürger durchschnittlich jedes Jahr. Nur Babys unter einem Jahr sollten keine Sauermilchprodukte bekommen, da ihr Verdauungssystem noch nicht ausgereift ist. Ansonsten ist Jogurt ein Gewinn für die Ernährung bis ins hohe Alter.
Inhaltsstoffe
Jogurt enthält alle Stoffe, die auch in Milch enthalten sind. Hervorzuheben ist das hochwertige Eiweiß sowie der hohe Kalzium-Gehalt. Einziger Unterschied zur Milch: der Milchzucker ist im Sauermilchprodukt zu Milchsäure vergoren. 150 g Vollmilchjogurt (3,5 % Fett) enthält 106 kcal, bzw. 447 kJ. 150 g fettarmer Jogurt (1,5 % Fett) kommt auf 75 kcal, bzw. 315 kJ. 150 g Magermilchjogurt (0,3 % Fett) liefert nur noch 54 kcal, bzw. 227 kJ.
Die Jogurtkulturen
Den Geschmack eines Naturjogurts bestimmen vor allem die Jogurtkulturen. Jogurt entsteht in der Regel durch die Zugabe von Bakterienkulturen, wie Lactobacillus bulgaricus und Streptococcus thermophilus. Da der Bakterienstamm Lactobacillus bulgaricus einen sehr hohen Anteil an Milchsäure produziert und so zu einem sehr sauren Jogurt führt, verwenden die meisten Molkereien stattdessen Lactobacillus acidophilus und bifidus. Dadurch entsteht ein besonders milder Jogurt, der als Jogurt mild angeboten wird und mittlerweile die dominierende Sorte im Handel darstellt.
Pro- und präbiotische Milchprodukte
Milchsäurebakterien und so genannte Bifidobakterien sind seit langem für ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften bekannt. Sie sind z. B. in milchsauer vergorenen Lebensmitteln enthalten, wie in herkömmlichem Jogurt, in Dickmilch oder Sauerkraut. Im menschlichen Magen-Darm-Trakt töten jedoch die Magensäure und später im Darm die Gallensalze diese Mikroorganismen ab. Probiotische Stämme dieser Bakterien wurden speziell darauf hin gezüchtet, den Angriff der Verdauungssäfte zu überstehen. Die überlebenden Bakterien besiedeln dann für einige Tage den Darm, bevor andere Mikroorganismen wieder die Überhand gewinnen. Man muss also regelmäßig probiotische Produkte essen, um die positiven Effekte der Probiotika zu erreichen. Bisher gelten nur wenige Wirkungen von Probiotika als erwiesen. Für viele andere steht die wissenschaftliche Beweisführung noch aus. So können bestimmte probiotische Stämme die Dauer und Schwere von Magen-Darm-Infektionen und Durchfallerkrankungen mildern. Andere Bakterien fördern die Verdauung und reduzieren die Anzahl fäulnisbildender Bakterien im Dickdarm.
Präbiotika sollen den gesundheitsfördernden Bakterien im Dickdarm als "Futter" dienen und ihnen so einen Wachstumsvorteil gegenüber krankheitserregenden Mikroorganismen verschaffen. Bei diesen Stoffen handelt es sich um Kohlenhydrate, die vom menschlichen Körper nicht oder nur teilweise verdaut werden und so in den Dickdarm gelangen. Sie wirken dort außerdem als Ballaststoffe und regen die Verdauung an. Daneben haben sie weitere Eigenschaften, die in der Lebensmittelherstellung erwünscht sind: Sie binden Wasser und sind deshalb als Verdickungsmittel willkommen. Auf Grund ihres süßen Geschmacks sorgen sie zuckerfrei für eine leichte Süße.
Wirkung
Jogurt ist nicht nur gut für Knochen und Zähne, weil es Kalzium enthält. Die Inhaltsstoffe Kalium und Magnesium gewährleisten gemeinsam das Funktionieren der Muskelkontraktion und Nervenreizleitung. Kalium reguliert außerdem den Wasser- und Säure-Basenhaushalt des Körpers. Die Sauermilchbakterien des Jogurts sind wichtig für eine gesunde Darmflora. Vor allem bei Verdauungsbeschwerden, z. B. als Nebenwirkung von Antibiotika, können die kleinen Helfer den Darm wieder ins Lot bringen. Milchsäurebakterien erreichen nämlich teilweise lebend den menschlichen Darm. Dazu muss man allerdings Jogurt wählen, das nicht hitzebehandelt wurde.
Letzte Änderung: November 2010
Quelle:
AOK - Die Gesundheitskasse. (Artikeldatum: 17.04.2011)

