
Ob man leicht zunimmt oder fast essen kann, was man will, ohne, dass die Waage nach oben ausschlägt, hängt von vielen Faktoren ab. Und auch die können sich im Laufe der Jahre verändern.
Gute und schlechte Futterverwerter
Claude Bouchard von der kanadischen Laval Universität in Quebec konnte das Phänomen der unterschiedlichen Futterverwerter bereits in einer Studie Anfang der 1990er Jahre belegen, an der auch zwölf eineiige Zwillinge teilnahmen. Die Versuchspersonen bekamen 86 Tage lang 1000 Kalorien mehr zu essen, als sie gewohnt waren. Laut Lehrbüchern hätte die Zunahme um die 12,3 kg liegen müssen. Tatsächlich schwankte das Ergebnis jedoch zwischen vier und 14 Kilos. Die Zwillinge in der Testgruppe legten ähnlich viele Kilos zu, woraus der Forscher auf eine genetische Disposition bei der Nahrungsverwertung schloss.
Menschen, die leicht zunehmen, sind gute Futterverwerter. Ihr Körper nutzt alle Nährstoffe optimal und speichert überflüssiges Fett für schlechte Zeiten. Die vermeintlich Glücklichen, die ohne gewichtige Konsequenzen viel Schokolade konsumieren können, hätten wahrscheinlich in Notzeiten Probleme. Sie sind nämlich schlechte Futterverwerter. Nahrung wird bei ihnen nicht so effektiv verarbeitet und sie strahlen mehr Energie in Form von Wärme ab.
Mit Sport mehr verbrauchen
Was können also gute Futterverwerter tun, um Ihren Umsatz anzukurbeln? Das Zauberwort lautet Bewegung. Durch Sport wird zusätzliche Energie verbrannt. Bewegung ist daher ein wichtiges Mittel, um gesund und schlank zu bleiben - auch für Leute, die nicht so schnell zunehmen. Dies gilt insbesondere ab dem 30. Lebensjahr, denn ab diesem Alter sinkt gewöhnlich der Grundumsatz, während die Energiezufuhr oft beibehalten wird. Der Grundumsatz ist die Menge an Kalorien, die der Körper benötigt, um die Lebensfunktionen, wie Atmung, Herztätigkeit, Stoffwechsel und konstante Körpertemperatur, aufrecht erhalten zu können. Also die Kalorien, die wir im Sitzen und Liegen, ohne zusätzliche Bewegung, benötigen.
Im Laufe des Lebens kommt es zu Veränderungen im Stoffwechsel eines Menschen. Während Kinder und Jugendliche im Verhältnis zum Körpergewicht einen höheren Energiebedarf haben, weil sie noch wachsen, braucht man im Alter weniger Kalorien. Der Grund: Ein Teil der Muskelmasse wird durch Fett ersetzt und auch der Wasser- und der Mineralstoffgehalt nehmen ab. Dadurch sinken der Grundumsatz und damit auch der Kalorienbedarf. Der Kalorienbedarf verringert sich zwischen dem 25. und 75. Lebensjahr bei Männern um etwa 400 Kilokalorien und bei Frauen um rund 300 Kilokalorien. Wenn man also im Alter isst wie in früheren Jahren, ist das Übergewicht fast unausweichlich. Es sei denn, man geht mit Bewegung aktiv dagegen an.
Linktipps
Joggen und Walken steigert den Grundumsatz. Wie man mit einem Laufprogramm am besten beginnt, erfahren SieLetzte Änderung: November 2010
Quelle:
AOK - Die Gesundheitskasse. (Artikeldatum: 17.04.2011)

