
Experten kritisieren unter anderem, dass die Spezialnahrung zu kalorienreich sei und Übergewicht fördere.
Mit der Botschaft Nur satte Kinder schlafen gut bewerben viele Kindernahrungshersteller ihre speziell für das abendliche Fläschchen entwickelten Fertiggetränke, die Babys und Eltern eine ungestörte Nachtruhe schenken sollen. Doch für gesunde Säuglinge sind diese besonderen Nuckelflaschen-Produkte ungeeignet und gefährden die Kindergesundheit, warnt die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ).
Laut DGKJ verbergen sich hinter diesen Abend-Trink-Mahlzeiten und Gute-Nacht-Fläschchen meist Energiebomben, die am Bedarf gesunder Babys vorbeigehen. Problematisch ist die Vermarktungsstrategie, die den Verbraucher leicht täuschen kann, kritisiert Berthold Koletzko, Vorsitzender der DGKJ-Ernährungskommission. Die Produkte entsprechen nicht den gesetzlichen Auflagen für Anfangs- und Folgenahrung, weil ihre Energiedichte viel zu hoch ist. Sie sind Beikostprodukte, die für die Fütterung mit der Flasche nicht geeignet sind. Die Werbung aber zielt genau auf den Markt der Säuglingsfläschchennahrung.
Die Energiegehalte der Mehrzahl dieser Produkte liegen nach Angaben der Gesellschaft zwischen etwa 80 und 110 kcal/100 ml (335-461 kJ/100 ml). In der neugefassten europäischen Säuglingsnahrungsrichtlinie vom Dezember 2006 ist jedoch festgelegt worden, dass Produkte, die zur Flaschenfütterung von Säuglingen und Kleinkindern geeignet sind (Säuglingsanfangs- und Folgenahrungen), eine Energiedichte von 60-70 kcal/100ml aufweisen müssen.
Regelmäßig derart überfütterte Babys haben ein deutlich erhöhtes Risiko, später fettleibig zu werden. Die Wissenschaftler kritisieren auch die häufig hohen Anteile an glutenhaltigem Getreide. Wird es zu früh und zu plötzlich in die Ernährung eingeführt, kann es zu schweren Unverträglichkeiten führen. Zudem droht bei gesüßter Nahrung, die über eine Einschlafflasche gegeben wird, die Entstehung von Frontzahnkaries, auch Nuckelflaschenkaries genannt. Die Ernährungsexperten der DGKJ fordern die Hersteller auf, die Vermarktung von Beikostprodukten zur Flaschenfütterung sofort einzustellen.
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ)
Quelle:
AOK - Die Gesundheitskasse. (Artikeldatum: 03.04.2008)

