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Kürbisgenuss nicht nur an Halloween!

Es ist Kürbiszeit. Das Gemüse wird zu schaurigen Grimassen geschnitzt. Doch dieses Gemüse hat viel mehr auf Lager. Es ist lecker und gesund.

An Halloween geht es den Kindern darum, andere zu erschrecken. Sei es mit einem Gespenster-Köstüm, als Henker verkleidet oder mit einem ausgehöhlten Kürbis. Woher kommt eigentlich dieses schaurige Gebaren? Und was hat es mit dem Kürbis zu tun?

Kürbis und Halloween

Halloween wird am Vorabend von Allerheiligen gefeiert, also in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November. Daher kommt auch der Name, der sich ableitet von All Hallows Even, was Allerheiligenabend bedeutet. Ursprünglich kommt Halloween aus Irland. Dort lebte der Sage nach der Bösewicht Jack O., der den Teufel einfing und dadurch nach seinem Tod weder in den Himmel noch in die Hölle kam. Aus Erbarmen schenkte ihm der Teufel eine Rübe und eine glühende Kohle, damit er damit durch das Dunkel wandern könne. Die ursprünglich beleuchtete Rübe wurde in den USA durch den Kürbis ersetzt und war seitdem als Jack OLatern bekannt. Um böse Geister abzuschrecken, schnitt man Fratzen in Kürbisse, die vor dem Haus den Hof beleuchteten. Der Kürbis selbst hatte daher seinen eigentlichen Ursprung nicht in Europa, sondern in Amerika, insbesondere Mexiko und der Süden der USA. In Europa kannte man bis zur Entdeckung des neuen Kontinentes nur den Flaschenkürbis. Aber schon im 16 Jahrhundert wurde der Gartenkürbis gepflanzt und gezogen.

Kaum Kalorien und dazu noch gesund


Ein Kürbis besteht zu rund 95 Prozent aus Wasser und 100 Gramm Fruchtfleisch haben gerade mal 27 Kalorien. Da darf man ohne schlechtes Gewissen kräftig zugreifen. Zieht man das Wasser ab, dann ist der Kürbis reich an Vitamin C, Beta-Carotin, Kalcium, Kalium und Magnesium. Er kann bei Blasensbeschwerden und Parasitenbefall helfen und wirkt auch gegen Schwangerschaftserbrechen.


Noch gesünder und fast schon eine Naturmedizin ist das Kürbiskernöl. Es enthält wertvolle Fettsäuren, vor allem Linolsäure, eine lebenswichtige, zweifach ungesättigte Omega-6-Fettsäure. Daneben liefert es viel Vitamin E und die Vitamine A, B1, B2, B6, C und D, die Mineralstoffe Phosphor, Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen, Kupfer, Mangan, Selen und Zink, sowie so genannte Phytosterine. Diese sekundären Pflanzenstoffe haben verschiedene positive Wirkungen auf den Körper: Sie senken unter anderem den Cholesterinspiegel und fördern die Heilung bei gutartigen Prostatavergrößerungen. Außerdem schreibt man ihnen krebshemmende Eigenschaften zu.

Einkauf, Zubereitung und Lagerung

Einen reifen Kürbis erkennt man daran, dass er hohl klingt, wenn man gegen seine Schale klopft. Sein Stiel ist dann verkorkt und der Blütenansatz lässt sich leicht eindrücken.
Ein ganzer Kürbis sollte keine Druckstellen haben, denn dort wird er schnell weich und beginnt zu schimmeln. Ist er völlig unversehrt, kann man ihn bis zu sechs Monate im kühlen Keller lagern. Aufgeschnitten und in Klarsichtfolie eingehüllt hält ein Kürbis im Kühlschrank etwa eine Woche. Große Kürbisse besitzen im Gegensatz zu den kleinen keinen intensiven Eigengeschmack, denn das Fruchtfleisch enthält kaum Zucker und keine Säuren. Je größer der Kürbis, desto mehr Gewürze kann er also vertragen. Kleine Kürbisse sind zwar verhältnismäßig teurer und machen bei der Verarbeitung mehr Arbeit, doch sie schmecken aromatischer.
 

Vorsicht, wenn es bitter schmeckt!


Zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) gehören neben den Halloweeenkürbissen auch die Melone, die Zucchini und die Gurke. Der Kürbis ist die größte Beerenfrucht und eignet sich auch als Deko-Artikel. Die bunten Zierkürbisse sind jedoch zum Verzehr nicht geeignet. Sie enthalten Bitterstoffe, so genannte Cucurbitacine, die sehr schädlich bis giftig sind. Auch bei den Speisekürbissen können sich diese Bitterstoffe entwickeln. Ein Geschmackstest sollte immer vor dem Kochen gemacht werden, denn die Gewürzzugaben könnten den Geschmack beeinflussen. Wenn das Stück Kürbisfleisch oder das Ende der Gurke oder der Zucchini bitter schmeckt, sollte man es sofort ausspucken und die ganze Frucht wegwerfen.

Sortenvielfalt und geschmackliche Nuancen


Durch neue Züchtungen wird die Kürbisfamilie immer größer. Weltweit gibt es rund 1000 Kürbissorten. Der bekannte Klassiker aus den USA heißt Halloween-Kürbis oder Jack O Lantern und wird eigentlich gar nicht für den Verzehr gezüchtet. Er ist der typische Schnitz-Kürbis. Wer sein Fruchtfleisch dennoch verwenden möchte, kann es zu Püree, Konfitüren und Chutneys verarbeiten. Wie eine übergroße, sandfarbene Birne sieht der Butternut-Kürbis aus. Sein nussig-buttriger Geschmack macht ihn zu einem der beliebtesten Speisekürbisse. Wer ihn zur Suppe verarbeiten möchte, sollte mit etwas Safran nachfärben, denn das Fruchtfleisch des Butternut ist nicht so intensiv gefärbt, wie das seiner kugeligen Brüder.


Ebenso empfehlenswert und dazu auch noch mit kräftig orangefarbenem Fruchtfleisch ist der Hokkaido-Kürbis. Auch er hat ein nussiges Aroma und einen unschlagbaren Vorteil: man muss ihn nicht schälen! Einfach waschen, in Spalten schneiden und die Kerne herausschaben. Dann kann man ihn auch schon in den Topf befördern.
Der Buttercup-Kürbis ist außen dunkelgrün und innen kräftig orange gefärbt. Wegen seines leicht süßlichen Fruchtfleisches kann man aus ihm auch feine Süßspeisen zaubern. Außen dunkelgrün mit kräftig gelbem Fruchtfleisch kommt der Muskat-Kürbis in den Handel. Nomen est Omen. Sein Geschmack erinnert an eine Prise geriebener Muskatnuss. Er eignet sich für alle Zubereitungsarten und schmeckt auch roh hervorragend. Eine ganz spezielle Sorte ist der Spaghetti-Kürbis. Er hat eine ovale Form, eine glatte, gelbe Schale und gelbes Fruchtfleisch. Seine Besonderheit: Nach dem Garen zerfällt sein Fruchtfleisch wie feine Spaghetti und man kann ihn so als raffinierte Gemüsebeilage servieren. Dazu den Kürbis zunächst ganz lassen und die Schale mit einer Gabel mehrfach einstechen. Dann den Kürbis im Backofen bei 180 Grad 40 Min. backen, halbieren, Kerne und Fasern entfernen. Das Fruchtfleisch mit einer Gabel zunächst lockern und dann herauslösen. Mit Salz, Pfeffer und etwas Muskatnuss würzen.
 

Rezeptidee: Kürbis als Fingerfood mit Dip


Gebackener Kürbis mit würzigem Senfdip (für 1 Person)

  • Zutaten:
    250 g Kürbisfruchtfleisch (z.B. Muskat, Hokkaido oder Buttercup), 1 TL Olivenöl, Salz, Pfeffer, 1 TL gehackte Gartenkräuter, 60 g Joghurt, 40 g Saure Sahne, 1 TL scharferSenf,1 TL süßer Senf

  • Zubereitung:
    Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Den Kürbis in Spalten schneiden, nebeneinander auf ein Backblech legen und mit dem Öl beträufeln. Kürbisspalten salzen, pfeffern und im heißen Ofen ca. 40 Min. backen.

Für den Dip Kräuter, Joghurt, saure Sahne und Senf verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zu den Kürbisspalten reichen.

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Quelle: externer Link AOK - Die Gesundheitskasse. (Artikeldatum: 27.10.2009)

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