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Maß halten beim Fasten

Ballast abwerfen und sich innerlich mal so richtig durchpusten lassen wer wünscht sich das nicht nach kalorienreichen Weihnachtswochen und feuchtfröhlichen tollen Tagen?

Vor allem in der traditionellen Fastenzeit der Christen, in den vierzig Tagen zwischen Aschermittwoch und Ostern, wird gerne entschlackt, haben Fastenkuren Hochkonjunktur. Ärzte und Ernährungswissenschaftler sehen dies eher kritisch: Denn Schlacken gibts im Körper gar nicht und zum Abnehmen ist Fasten auch nur bedingt geeignet.

Mythos Entschlackung

Viele Wirkungen des Heilfastens dieser Begriff wurde von dem deutschen Arzt Otto Buchinger 1935 geprägt sind nach Auskunft der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) wissenschaftlich kaum oder nur ungenügend belegt. In einem gesunden menschlichen Körper gibt es keine Ansammlung von Schlacken und Ablagerung von Stoffwechselprodukten. Nicht verwertbare Stoffe werden bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr über den Darm und die Nieren ausgeschieden, stellt die DGE klar. Fastenkuren oder gar Nulldiäten machen auch nicht schlanker zumindest nicht dauerhaft. Wer gar nichts isst, verliert zwar Wasser, aber kaum Fett. Die notwendige Energie holt sich der Körper zunächst aus den Eiweißspeichern in den Muskeln, die Folge: Muskeln werden abgebaut. An die Fettreserven geht der Körper erst später. Abnehmen wird durch Fasten nur ganz kurzfristig erreicht, vor allem durch den Wasserverlust. Danach kommt es aber oft wieder zu einem Gewichtsanstieg. Fasten allein eignet sich daher nicht zur Gewichtsreduktion. Viel mehr bringt eine langfristige Umstellung des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens, meint AOK-Ernährungsexpertin Gerlinde Steffan. Für manche kann die Fastenkur sogar zum Risiko werden: Schwangere und stillende Frauen, Kinder, Herz-, Leber-, Nieren- und Krebskranke sollen gar nicht fasten, da die Belastung für den Körper zu groß wäre.

Fasten befreit von Laste(r)n

Andererseits: Kann denn schlecht sein, was Menschen auf der ganzen Erde seit Jahrtausenden praktizieren? Vorübergehender Nahrungsverzicht ist in fast allen Religionen ein wichtiger Ritus: Christen fasten in den 40 Tagen vor Ostern, im Islam gibt es den Ramadan, bei dem die Gläubigen tagsüber auf Essen und Trinken verzichten. Im Judentum und Buddhismus gibt es ebenfalls Fasten-Rituale. Fasten hat eine Menge positive Effekte: Der Blutdruck sinkt, Herz und Kreislauf werden entlastet. Auch auf die psychische Verfassung schlägt sich das Fasten nieder: In den ersten Tagen wird häufig ein euphorisches, hochgestimmtes Gefühl erlebt, später kommt es eher zu einer inneren Ruhe und Gelassenheit. Fasten kann durchaus zu einer gesundheitsbewussteren Lebensführung führen, meint die DGE, die auf ihren Webseiten unterschiedliche Heilfastenkuren vorstellt: Bei der Buchinger-Kur, die drei bis vier Wochen dauert, nimmt der Fastende vor allem Obstsäfte, Honig und Gemüsebrühe zu sich. Das Programm umfasst Ernährungsschulungs-, Bewegungs- und Stressbewältigungsprogramme. Bei der Mayr-Kur, benannt nach dem österreichischen Arzt Franz Xaver Mayr, steht die Darmreinigung im Vordergrund, beim Molke-Fasten wird nur Flüssigkeit eingenommen.

Nicht ohne ärztlichen Check

Wer gesund ist und fasten möchte, kann dies in Eigenregie tun aber möglichst nicht länger als eine Woche. Es gibt auch stationäre Fastenkuren in Kliniken, die bis zu drei Wochen dauern können. Wichtig ist in jedem Fall die vorherige Absprache mit dem Arzt.

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Quelle: externer Link AOK - Die Gesundheitskasse. (Artikeldatum: 23.02.2009)

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