
Es sind zwar nur "kleine Fische" - und doch können Makrele, Hering und Co. Rheumakranken das Leben erleichtern.
Sie enthalten die "guten" Omega-3-Fettsäuren, die verhindern, dass sich im Körper zu viele entzündungsfördernde Eicosanoiden bilden. Die oft quälenden Gelenkschmerzen bei entzündlichen rheumatischen Krankheiten können so gelindert werden, auch werden weniger Schmerzmittel benötigt. Zwar gibt es nicht d i e Rheumadiät, dazu ist das Krankheitsbild viel zu komplex. Dennoch kann richtige Ernährung die Lebensqualität Rheumakranker deutlich verbessern. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt hier vor allem laktovegetabile Kost.
Die Eicosanoide spielen eine wichtige Rolle bei der Gelenkentzündung, da sie Schmerzen, Schwellungen und Überwärmung verursachen. Die hormonähnlichen Substanzen werden aus Arachidonsäure gebildet, einer vierfach ungesättigten Fettsäure, die nur im menschlichen und tierischen Organismus vorkommt. Je weniger Arachidonsäure dem Körper über die Nahrung zugeführt wird, desto weniger Eicosanoide können entstehen.
Da Fleisch besonders viel Arachidonsäure enthält, empfiehlt die DGE Rheumakranken, möglichst darauf zu verzichten. Ganz oben auf der Liste steht Schweineschmalz: Er hat mit 1 700 mg pro 100 g Lebensmittel den höchsten Arachidonsäure-Gehalt, gefolgt von Schweineleber mit 870 mg und Leberwurst mit 230 mg. Der Gehalt in Muskelfleisch von Schwein, Huhn, Rind oder Kalb liegt zwischen 120 mg und 53 mg. Die DGE rät bei entzündlichen rheumatischen Erkrankungen daher, Schweineschmalz oder fettreiche Fleisch- und Wurstsorten zu meiden. Zwei Portionen Fleisch oder Wurst pro Woche seien ausreichend.
Alternativ sollten Rheumapatienten zwei mal pro Woche Seefisch essen, da die Omega-3-Fettsäuren die Aktivitäten der Arachidonsäure bremsen. Auch Soja-, Raps-, Walnuss- und Leinöl bieten sich in diesem Zusammenhang an. Frisches Obst, Gemüse und Vollkornprodukte sollten auf dem Speiseplan natürlich nicht fehlen: Sie enthalten wichtige Antioxidantien wie beispielsweise Vitamin C, Spurenelemente wie Selen oder Zink und Carotinoide. Die Antioxidantien fungieren als eine Art Wächter, sie fangen so genannte "freie Radikale" ab, die bei Entzündungsprozessen entstehen und Zellen angreifen.
Da Rheumapatienten häufig einen erhöhten Knochenschwund haben, sollten sie außerdem ausreichend Vitamin D und Kalzium zu sich nehmen. Reich an Vitamin D sind zum Beispiel Fettfische und Eigelb. Wichtig ist außerdem ausreichende Bewegung im Freien (Vitamin D-Synthese durch UV-Strahlen). Der Kalziumbedarf kann durch Milch und Milchprodukte, kalziumreiche Mineralwässer oder Gemüse wie Broccoli, Lauch oder Fenchel gedeckt werden.
Vitamine, Mineralien oder Fischöl gibt es auch in Kapsel- oder Pulverform. Die DGE und die Deutsche Rheumaliga raten jedoch davon ab, diese in Eigenregie einzunehmen. Bevor Sie solche Präparate benutzten, fragen Sie in jedem Fall Ihren behandelnden Arzt!
Quelle:
AOK - Die Gesundheitskasse. (Artikeldatum: 08.01.2008)

