
Sein Fett weg bekommt der Verbraucher eigentlich bei fast jeder Mahlzeit. Doch Fett ist nicht gleich Fett:
Es gibt die (ungesunden) gesättigten Fettsäuren, die (gesunden) ungesättigten Fettsäuren und es gibt die Trans-Fettsäuren, die vor allem in Fast-Food-Gerichten, Fertigprodukten und industriell hergestellten Backwaren zu finden sind. Letztere gehören laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) aus ernährungsphysiologischer Sicht zu den unerwünschten Bestandteilen unserer Nahrung.
Transfette machen zwar Lebensmittel länger haltbar, haben aber auf den Menschen weniger günstige Auswirkungen: Ähnlich wie gesättigte Fettsäuren vermehren sie das gesundheitlich eher bedenkliche LDL-Cholesterol im Blut und senken das unbedenkliche HDL-Cholesterol. Übermäßiger Konsum von Transfetten kann daher das Risiko für koronare Herzerkrankungen erhöhen.
Sie entstehen zum einen bei der industriellen Verarbeitung: Um streichfähige Produkte wie zum Beispiel Margarine herzustellen oder Lebensmittel länger haltbar zu machen werden Fette und Öle chemisch gehärtet. Auch durch starkes Erhitzen von Ölen und Fetten, beispielsweise beim Frittieren, können Trans-Fettsäuren entstehen. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) haben Backwaren, Frühstücksflocken mit Fettzusatz, Pommes frites, Trockensuppen, Fertiggerichte sowie Süßwaren und Snacks einen relativ hohen Anteil an den wenig netten Fetten: Je nach verwendetem Fett können bis zu 30 Prozent aller Fettsäuren in trans-Konfiguration vorliegen wobei der Gehalt in verschiedenen Lebensmitteln der gleichen Kategorie sehr stark schwanken kann.
Für den Verbraucher ist der Transfette-Anteil nicht erkennbar, da es keine Deklarierungspflicht gibt. Im Prinzip können also alle Produkte betroffen sein, in denen sich teilweise gehärtetes Pflanzenöl befindet unter anderem Margarine, Pommes, Chips, Popcorn, Gebäck, Blätterteig oder Müsliriegel. Mehr Sicherheit haben die Konsumenten in Dänemark: Dort ist seit 2004 der Verkauf von Nahrungsmitteln mit mehr als zwei Prozent Trans-Fettsäuren (bezogen auf den Gesamtfettgehalt) verboten.
Die DGE empfiehlt, dass Transfette weniger als ein Prozent der täglichen Nahrungsenergie ausmachen sollten. Bei einem Energierichtwert von etwa 2 400 Kilokalorien entspräche dies 2,6 g Trans-Fettsäuren. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten sich Verbraucher bei frittierten Produkten, Gebäck aus Blätterteig, Keksen, Süßwaren oder Fertiggerichten zurückhalten. Bei verpackten Lebensmitteln hilft ein Blick auf die Zutatenliste: Gehärtete Fette und Öle müssen als solche ausgewiesen werden. Das geschieht meist über die Bemerkungen enthält gehärtete Fette oder pflanzliches Fett, teilweise gehärtet'. Ganz vermeiden lassen sich die Transfette jedoch nicht: Sie sind in geringen Mengen von Natur aus auch in Butter und Milch, weil sie in den Pansen von Kühen und Schafen gebildet werden.
Quelle:
AOK - Die Gesundheitskasse. (Artikeldatum: 27.03.2008)

