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Probiotische Lebensmittel

Sie finden sich in Jogurts, Milchgetränken, Quark oder Käse, sind quicklebendig und gelten als gesund: Probiotika (griech. pro bios, für das Leben) sind lebende Mikroorganismen, denen ein positiver Einfluss auf die Darmflora und damit gesundheitsfördernde Wirkung zugesprochen wird. Sie werden aus dem menschlichen Darm isoliert und weitergezüchtet.

Lactobazillus, Bifidobakterium und Co
Das Besondere an probiotischen Bakterienstämmen wie "Lactobazillus", "Bifidobakterium" und Co.: Magensäure und Verdauungssäfte können ihnen – anders als den herkömmlichen Milchsäurebakterien – nur wenig anhaben. Die meisten von ihnen schaffen es, lebend bis in den Darm zu gelangen. Dort siedeln sie sich für kurze Zeit auf der Schleimhaut an, wobei sie krankmachende (pathogene) Bakterien verdrängen und deren Wachstum hemmen können.

400 Quadratmeter Darm im Gleichgewicht
"Der Darm mit seinen rund 400 Quadratmetern Gesamtoberfläche hat als größtes Immunorgan des Menschen eine sehr wichtige Funktion. Von daher ist alles, was die Darmflora in ihrem natürlichen Gleichgewicht hält, sinnvoll", sagt Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Noch ist die Wirksamkeit der Probiotika nicht umfassend wissenschaftlich erwiesen. Als gesichert gilt ihr positiver Einfluss bei bestimmten Durchfallerkrankungen: "Vor allem bei Durchfällen, die durch Antibiotika verursacht sind, können Probiotika helfen", so Restemeyer.

Zudem beeinflussen Probiotika verschiedene Funktionen des Immunsystems und wirken dadurch anregend auf das Immunsystem. Vermutlich können sie Säuglinge vor Allergien und Kleinkinder vor Infektionserkrankungen schützen.

Wenn probiotisch, dann regelmäßig
Wer auf Probiotika setzt, muss allerdings auch dran bleiben – denn die Bakterienstämme sind sind "Nomaden", sie siedeln nur für kurze Zeit im Darm. "Probiotika sollten daher regelmäßig verzehrt werden. Nur wenn genug von ihnen vorhanden sind, können sie den Anteil schädlicher Darmbakterien in Grenzen halten", so Restemeyer.

Aber auch mit "herkömmlichem" Jogurt lasse sich gut leben, so die Ernährungswissenschaftlerin: "Jogurts enthalten natürlicherweise Milchsäurebakterien und können so ebenfalls positiv auf die Darmgesundheit wirken."

Zudem sollten Säuglinge bis zum fünften Monat, die nicht oder nur teilweise gestillt werden, Anfangsnahrung ohne Pro- und Präbiotika erhalten. Das empfiehlt die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ). Ihrer Meinung nach ist der Nutzen dieser Zusätze bisher nicht ausreichend belegt.

Probiotisch – ist nichts Neues
Eigentlich sind Probiotika nichts Neues. Schon vor rund 100 Jahren sorgte der russische Bakteriologe Ilya Illich Metschnikow mit seiner These, dass die hohe Lebenserwartung der Bulgaren und anderer Balkanbewohner auf deren hohen Kefir-Konsum zurückzuführen sei, für Aufsehen. Metschnikow vermutete damals, dass Milchsäurebakterien unerwünschte Fäulnisvorgänge im Darm unterdrücken – und lag damit richtig, wie man heute weiß.

Er selbst trank zeit seines Lebens viel Kefir und wurde immerhin 71 Jahre.

Letzte Änderung: November 2010

 

Quelle: externer Link AOK - Die Gesundheitskasse. (Artikeldatum: 17.04.2011)

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