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Rückruf: Fipronil in Eiern und Ei-Produkten

Das Wichtigste in Kürze:

  • Millionen Eier aus den Niederlanden enthalten den Insektizid-Wirkstoff Fipronil. Viele wurden auch in Deutschland verkauft und weiterverarbeitet.


  • In Niedersachsen haben Betriebe das betroffene Desinfektionsmittel "Dega 16", das illegalerweise Fipronil enthält, eingesetzt. Dadurch sind auch Eier mit deutschem Code betroffen (Liste s. unten).


  • Fipronil kann das Nervensystem schädigen. Es wird in Pflanzenschutzmitteln und Mitteln gegen Parasiten verwendet. Eine Anwendung bei Nutztieren ist nicht zulässig.




Wenn Sie schnell erfahren möchten, ob Sie Eier mit Fipronil gekauft haben, drücken Sie auf Ihrer Tastatur Strg und f gleichzeitig. Es öffnet sich ein Suchfeld, in das Sie den Code Ihrer Eier eingeben können. Alternativ können Sie auch die Liste weiter unten im Text abgleichen.

Nach heutigen Erkenntnissen wurde dem Desinfektionsmittel "Dega 16" das Insektizid Fipronil illegalerweise zugemengt. Fipronil wird für die Bekämpfung von Flöhen und Zecken bei Hunden und Katzen eingesetzt. Für Tiere in der Lebensmittelproduktion ist der Stoff nicht zugelassen. Die zuständigen Überwachungsbehörden haben angeordnet, dass die betroffenen Eier vom Markt genommen werden.
Haben Sie betroffene Eier gekauft, sollten Sie sie zum Händler zurück bringen. Dort erhalten Sie Ersatz oder Ihr Geld zurück.

Weitere belastete Eier in Deutschland entdeckt

Am 01.08. wurde bekannt, dass weitere belastete Eier über eine Packstelle in Borken (Münsterland) in den deutschen Handel gelangt sind. Auch in anderen Bundesländern wurden entsprechende Eier verkauft: neben Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sind es Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen.
In Niedersachsen haben Legehennenbetriebe das Reinigungsmittel "Dega 16" verwendet, in dem illegal Fipronil enthalten war. Somit enthalten auch Eier aus Deutschland den Giftstoff, externer Link teilt das Verbraucherschutzministerium Niedersachsen mit.

Liste der betroffenen Eier

Die bislang bekannten belasteten Eier, die in den deutschen Handel kamen, tragen einen der folgenden Aufdrucke:
  • 0-DE-0360521 (ergänzt am 03.08.)

  • 1-DE-0357731 (ergänzt am 02.08.)

  • 1-DE-0358001 (ergänzt am 03.08.)

  • 2-DE-0358621 (ergänzt am 05.08.)



  • 0-NL-4170101

  • 0-NL-4310001

  • 0-NL-4352602

  • 0-NL-4385501

  • 0-NL-4392501

  • 0-NL-4031001 (ergänzt am 11.08.)

  • 0-NL-4352601 (ergänzt am 11.08.)

  • 0-NL-4370301 (ergänzt am 11.08.)

  • 0-NL-4048602 (ergänzt am 14.08.)

  • 0-NL-4263501(ergänzt am 15.08.)

  • 0-NL-4263502(ergänzt am 15.08.)



  • 1-NL-4128604 (ergänzt am 08.08.)

  • 1-NL-4167902

  • 1-NL-4286001

  • 1-NL-4322401 (ergänzt am 08.08.)

  • 1-NL-4331901

  • 1-NL-4339301

  • 1-NL-4339912

  • 1-NL-4359801

  • 1-NL-4385701

  • 1-NL-4035701 (ergänzt am 11.08.)

  • 1-NL-4056701

  • 1-NL-4074606

  • 1-NL-4112901

  • 1-NL-4117601

  • 1-NL-4117602

  • 1-NL-4205102

  • 1-NL-4315402

  • 1-NL-4359801

  • 1-NL-4385701

  • 1-NL-4394301

  • 1-NL-4402101

  • 1-NL-4044401 (ergänzt am 14.08.)

  • 1-NL-4044402 (ergänzt am 14.08.)

  • 1-NL-4044403 (ergänzt am 14.08.)



  • 2-NL-4212103 (ergänzt am 08.08.)

  • 2-NL-4272201 (ergänzt am 07.08.)

  • 2-NL-4272202 (ergänzt am 07.08.)

  • 2-NL-4272301 (ergänzt am 07.08.)

  • 2-NL-4322402 (ergänzt am 08.08.)

  • 2-NL-4332601

  • 2-NL-4332602

  • 2-NL-4385702

  • 2-NL-4041202 (ergänzt am 11.08.)

  • 2-NL-4056702

  • 2-NL-4074605

  • 2-NL-4167901

  • 2-NL-4205101

  • 2-NL-4207903

  • 2-NL-4275603

  • 2-NL-4360502

  • 2-NL-4383803

  • 2-NL-4383804

  • 2-NL-4395001

  • 2-NL-4044402(ergänzt am 14.08.)

  • 2-NL-4044403(ergänzt am 14.08.)

  • 2-NL-4044404(ergänzt am 14.08.)

  • 2-NL-4270802(ergänzt am 14.08.)

  • 2-NL-4037602(ergänzt am 15.08.)



  • 3-NL-4022701 (ergänzt am 11.08.)



  • X-NL-4022701 (ergänzt am 10.08.; X=beliebige Ziffer)

  • X-NL-4025503 (ergänzt am 17.08.)

Sollten weitere Nummern hinzu kommen, wollen die Behörden auf der Seite externer Link www.lebensmittelwarnung.de darüber informieren. Die Liste in diesem Text wird bei Bekanntwerden entsprechend aktualisiert. In den Niederlanden sind zahlreiche weitere Eier belastet. Die Codes nennt das externer Link Niederländische Handelsministerium.

Rückruf von Produkten mit belasteten Eiern

Auch in der verarbeitenden Industrie sind Fipronil-Eier verwendet worden. Die Neue MAYO Feinkost GmbH externer Link ruft mehrere Salate zurück.

Gesundheitliches Risiko für Kinder möglich

Das externer Link Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) geht davon aus, dass bei Gehalten von bis zu 0,72 Milligramm Fipronil pro Kilogramm Hühnerei weder für Erwachsene noch für Kinder ein akutes gesundheitliches Risiko besteht. Da in Belgien aber auch Analyseergebnisse mit Werten von bis zu 1,2 Milligramm Fipronil pro Kilogramm Hühnerei nachgewiesen wurden, hält das BfR eine akute gesundheitliche Gefährdung für Kinder für möglich.
Fipronil kann toxisch auf das Nervensystem wirken. Dies wurde in Tierversuchen bei höheren Konzentrationen festgestellt. Die Substanz ist in der Lebensmittelproduktion nicht zulässig.

Antworten auf häufige Verbaucherfragen (FAQ)


Wie gefährlich sind mit Fipronil belastete Eier? Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hält eine gesundheitliche Gefährdung für einen Erwachsenen mit einem normalen Eierverzehr für unwahrscheinlich. Das BfR hat errechnet, dass ein Erwachsener 7 Eier am Tag essen könnte, ohne dass der gesundheitliche Richtwert für Fipronil überschritten wird. Für ein einjähriges Kind liegt die Menge bei einem Ei pro Tag.
Aber: Fipronil ist für Tiere in der Lebensmittelproduktion verboten und daher dürfen Eier, die Fibronil enthalten, nicht verkauft werden.
Kann ich Eier, die nicht auf der Liste stehen bedenkenlos essen? Das BfR hält bei normalem Eier-Verzehr eine gesundheitliche Gefährdung für unwahrscheinlich. Allerdings liegen zurzeit viel zu wenige Untersuchungsergebnisse vor, um die Frage abschließend beantworten zu können.
Kann man die Eier, die es im Handel gibt bedenkenlos kaufen? Es ist davon auszugehen, dass die belasteten Eier aus dem Handel genommen und nicht mehr erhältlich sind. Zurzeit können wir nicht abschätzen, wie viele Eiercodes, neben den bekannten Codes, noch betroffen sind und welches Ausmaß dieser Skandal noch annimmt.
Welche Eier sind belastet? Anhand der Eiercodes kann jedes betroffene Ei identifiziert werden. Eine Liste mit den derzeit bekannten betroffenen Codes finden Sie oben in diesem Artikel. Codes belasteter Eier in den Niederlanden externer Link finden Sie hier.
Auf dem Karton steht "DE", der Stempel auf den Eiern zeigt aber "NL". Wie kann das sein? Auf dem Karton ist die Nummer der Packstelle angegeben; sie zeigt nur an, wo die Eier abgepackt wurden - aber nicht, wo Hühner sie gelegt haben. Das bedeutet: Eier können in den Niederlanden gelegt werden, aber erst in Deutschland in einen Karton wandern. Ausschließlich am Stempel auf dem Ei lässt sich erkennen, woher die Eier im Karton stammen. Dieser externer Link Erzeugercode informiert darüber, wie die Hennen gehalten werden (etwa Bodenhaltung) und über die Herkunft. Große Lücken in der Kennzeichnung bestehen bei gefärbten Eiern und eihaltigen Produkten wie Majonäse, Backwaren oder Nudeln. Bei diesen Lebensmitteln sind Angaben zur Haltungsform und Herkunft kein Muss.
Hat das Kochen oder Braten von Eiern einen Einfluss auf den Fipronilgehalt? Nach aktuellem Kenntnisstand verändert das Kochen oder Braten von Eiern den Fipronilgehalt nicht.
Kann ich Eier vom Bauern nebenan kaufen und essen? Wenn der Landwirt bestätigt, dass er das Desinfektionsmittel "Dega 16" nicht benutzt hat, können Sie die Eier bedenkenlos kaufen.
Muss ich Bedenken haben, wenn ich außer Haus esse? Fragen Sie nach, ob und welche Eier verarbeitet wurden.
Ist Fipronil auch in verarbeiteten Produkten enthalten? Die Firma Neue Mayo Feinkost GmbH hat am 04.08. einige ihrer Feinkostsalate zurückgerufen, da bei der Herstellung mit Fipronil belastete Eier verwendet wurden. Eier werden in vielen Produkten verarbeitet. Anhand der Zutatenliste von verpackten Produkten können Sie nachsehen, ob Ei enthalten ist. Bei loser Ware zum Beispiel in Bäckereien oder Restaurants, können Sie nachfragen.

Ist Fipronil auch in Geflügelfleisch?
Nach Auskunft des Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes NRW sind nach heutigem Kenntnisstand ausschließlich Legehennenbetriebe betroffen. Hähnchenfleisch stammt aber nicht von Legehennen, sondern von Masthähnchen (oder Masthennen), die in reinen Mastställen gehalten werden. Masthähnchen sind spezielle Rassen, die auf eine schnelle Gewichtszunahme, insbesondere der bevorzugten Teile Brust und Keule, gezüchtet wurden.

Video: Verzehrempfehlungen, Eiercode entschlüsseln

 

Quelle: externer Link Verbraucherzentrale NRW (Artikeldatum: 15.08.2017)

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