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27.05.2008

Säuglingsnahrung aus Soja ist kein Ersatz für Kuhmilchprodukte

Sojanahrung ist nicht für die Ernährung gesunder Säuglinge gedacht. Sie sollte nur nach ärztlicher Empfehlung gegeben werden.

Wenn eine Mutter ihren Säugling nicht stillen kann, sollte sie lieber auf Säuglingsanfangsnahrung aus Kuhmilch zurückgreifen, rät das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Sojanahrung sollte über einen längeren Zeitraum nur dann an Säuglinge verfüttert werden, wenn dies aus medizinischen Gründen geboten ist. Denn Soja enthält pflanzliche Substanzen, die Hormon ähnliche Wirkungen haben können, die so genannten Phytooestrogene. Diese haben in ihrer chemischen Struktur Ähnlichkeit mit dem weiblichen Hormon Estrogen. Daneben kann Sojanahrung auch Phytat enthalten. Der natürliche Pflanzeninhaltsstoff kann die Aufnahme von Mineralstoffen und Spurenelementen beeinflussen.

In Tierversuchen gab es Hinweise, dass sich eine hohe Zufuhr von Phytooestrogenen auf die Entwicklung der Fortpflanzungsorgane, auf das Immunsystem und die Schilddrüse auswirkt. Ergebnisse aus dem Tierversuch lassen sich zwar nicht ohne weiteres auf den Menschen übertragen.  Solange aber keine weiteren Daten vorliegen, schließt sich das BfR aus Vorsicht der Empfehlung der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin an. Danach ist Säuglingsnahrung aus Soja kein Ersatz für Kuhmilchprodukte. Nicht oder nicht voll gestillte Säuglinge sollten sie nur in begründeten Ausnahmefällen und nach ärztlicher Empfehlung bekommen. Mögliche medizinische Gründe, Säuglinge mit Sojanahrung zu füttern, sind zum Beispiel die seltenen Fälle von angeborenem vererbtem Laktasemangel und die ebenfalls seltene Stoffwechselstörung Galaktosämie. Eine Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz) - ob genetisch bedingt oder aufgrund vorübergehender akuter Magen-Darm-Erkrankungen - ist in der Regel kein Grund für die Verwendung laktosefreier Säuglingsnahrung aus Soja. Auch bei Säuglingen mit Kuhmilchallergie empfiehlt die Ernährungskommission für den Behandlungsbeginn keine Sojanahrung. Sojaprotein selbst kann allergische Reaktionen auslösen und beugt allergischen Erkrankungen nicht vor.

Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

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Quelle: externer Link AOK - Die Gesundheitskasse. (Artikeldatum: 29.05.2008)

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