
Schwangere müssen zwar für zwei essen, aber nicht einfach das Doppelte. Der Kalorienbedarf erhöht sich nur unwesentlich. Ab dem vierten Monat werden etwa 300 zusätzliche Kalorien pro Tag benötigt. In erster Linie steigt der Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und Eiweiß. Mangelware auf dem Teller werdender Mütter seien meist Kalzium, Eisen, Folsäure und Jod. Darauf weist Prof. Dr. Renate Bergmann, Direktorin des Kaiserin-August-Victoria-Institutes für präventive Pädiatrie, Berlin, hin.
Eisen
Ein Eisenmangel kommt in der Schwangerschaft häufig vor. Eisen sorgt für Blutbildung, die Sauerstoffversorgung und die Gehirnentwicklung des Kindes. Gute Eisenquellen sind Fleisch, Wurst, Eier, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Bohnen, Erbsen, Aprikosen und schwarze Johannisbeeren.
Jod
Jodmangel soll weltweit die größte einzelne Ursache für vermeidbare geistige Behinderung bei Neugeborenen sein. Jod ist darüber hinaus für die Bildung der Schilddrüsenhormone zuständig. Gute Jodquellen sind Seefisch, Eier, Milch und Jodsalz.
Kalzium
Aufbau und Erhaltung von Knochen und Zähnen bei Mutter und Kind werden durch Kalzium bewerkstelligt. Gute Kalziumquellen sind Milch- und Milchprodukte, Grünkohl, Fenchel, Nüsse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte.
Folsäure
Ein Mangel an Folsäure kann zu Missbildungen und Fehlgeburt führen. Gute Folsäurequellen sind grünes Blattgemüse, Tomaten, Erdbeeren, Apfelsinen, Weizenkeime, Vollkornprodukte, Kartoffeln, Milch, Milchprodukte und Fleisch.
Eine ausgewogene Ernährung liefert die meisten von ihnen in ausreichender Menge. Bei Jod und Folsäure lässt sich der höhere Bedarf in der Schwangerschaft über Lebensmittel allein nicht decken. Verwenden Sie deshalb Jodsalz bzw. Lebensmittel mit Jodsalz und nehmen sie mit Jodtabletten weitere 100 Mikrogramm Jod pro Tag auf. Folsäuretabletten sollten alle Frauen mit Kinderwunsch und alle werdenden Mütter in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft einnehmen. Fachleute empfehlen, ein Nährstoffpräparat mit 400 Mikrogramm Folsäure pro Tag zusätzlich zur ausgewogenen Ernährung einzunehmen.
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Letzte Änderung: November 2010
Quelle:
AOK - Die Gesundheitskasse. (Artikeldatum: 17.04.2011)

