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Spielen
Jeder, der zu Hause eine Sandkiste hat, oder mit seinem Kind schon mal an einem Baggersee war, weiß: Zum vollkommenen Glück braucht ein Kind nur Wasser, Sand/Erde und Steine oder Stöckchen. Da dies nicht immer uneingeschränkt verfügbar ist, ist anderes Spielzeug vonnöten. Wichtig ist, dass das Spielzeug ungefährlich und vielfältig einsetzbar ist. Es muss auch nicht immer Holz sein. Spielzeug aus Plastik kann ebenfalls robust sein, ist meist preisgünstiger und leichter zu pflegen.Spaß am Spielen ist wichtig
Das Kind sollte etwas mit dem Spielzeug machen, es verändern können. Und Sie sollten Ihrem Nachwuchs nichts vorenthalten, nur weil Sie selbst "ideologisch" dagegen sind: Wenn Ihr Kind unbedingt mit Barbiepuppen spielen will, lassen Sie ihm den Spaß. Sie müssen ja kein Hehl aus ihrer kritischen Haltung machen.
Für die Förderung der Motorik eignen sich Fahrzeuge wie Dreirad, Bobbycar, Roller und Fahrrad. Auch Klettergerüste, Sprungseile oder Trampolins erfreuen sich großer Beliebtheit. Für die Feinmotorik eignet sich Mal- und Bastelzeug und Knete. Spielzeugküche, Kaufmannsladen oder Papphaus machen vor allem in Gesellschaft Spaß. Immer wieder ein Highlight ist die selbstgebaute Höhle - für die man nur ein paar Decken oder Stühle braucht. Für Vorschulkinder gibt es spezielle Lernspiele und -bücher, die Sie ruhig nutzen sollten, vorausgesetzt, das Kind ist mit Freude dabei. Wenn es nach der dritten Rechenaufgabe entnervt den Stift hinwirft, zwingen Sie es nicht, weiterzumachen. Die Schule kommt früh genug - und außerdem ist die natürliche Neugier und Lernbegier des Kindes Ihr Verbündeter.Eigeninitiative fördern
Um die Kinder zu mehr Eigeninitiative anzuregen, ist die Anschaffung von Hilfsgeräten sinnvoll: Zum Beispiel Gartengeräte, Werkzeug oder kindgerechte Haushaltsutensilien. Lassen Sie Ihr Kind so oft wie möglich mithelfen, auch wenn das Ergebnis nicht immer erwachsenengerecht ist. Das stärkt das Selbstbewusstsein.Der erste Roller/das erste Fahrrad
Schon mit einem Jahr schwingt sich ein Kind in der Regel ganz selbstverständlich auf seinen Bobbycar und düst damit herum, mit zwei auch schon kleine Abhänge hinunter. Zeit für den ersten Roller ist dann meistens mit drei Jahren, da es vorher mit der Koordination "Balance halten und treten" nicht so gut klappt. Sie müssen dazu nicht einen nagelneuen Roller kaufen - für den Anfang tut es auch der Ballonreifenroller vom Flohmarkt. Kaufen Sie aber möglichst keine No-Name-Produkte, sondern solche mit Gütesiegel CE oder GS.
Die derzeit allgegenwärtigen Aluroller sind für kleinere Kinder nicht so gut geeignet, da sie sehr kleine Räder haben und Unebenheiten im Boden nicht gut abfedern. Wann Ihr Kind Fahrrad fahren lernt, ist nicht nur eine Sache des entwickelten Gleichgewichtssinns, sondern vor allem der Übung. Lassen Sie das Kind zunächst ruhig mit Stützrädern fahren, damit es ein Gefühl für das Rad und den "Fahrvorgang" erhält. Auch hier können Sie auf dem Flohmarkt oder im Kleinanzeigenteilnach günstigen Angeboten schauen.
Lassen Sie Ihr Kind dann direkt vor Ort ausprobieren, ob die Größe stimmt. Mit vier bis fünf Jahren sollte das Kind dann ohne Stützräder fahren lernen - am besten auf einer ausreichend großen, gepflasterten, ebenen Fläche. Dazu eignen sich zum Beispiel große Parkplatzflächen. Wichtig: Das Kind sollte von Anfang an einen Helm tragen. In der ersten Zeit empfehlen sich auch lange Hosen und langärmelige Oberteile, da es doch das ein oder andere Mal zum Sturz kommt.
Wenn Sie mit Kind und Rad auf dem Platz stehen, heißt es Geduld haben - die ersten Versuche müssen noch lange nicht klappen. Verlieren Sie nicht die Nerven, wenn Ihr Kind vor Wut tobt, weil es nicht funktioniert. Schimpfen Sie nicht, auch wenn es sich aus Ihrer Sicht "dumm" anstellt. Loben Sie jeden kleinen Fortschritt. Irgendwann macht es "Klick" und Ihr Kind hat den Bogen raus. Radeln Sie danach so oft wie möglich zum Kindergarten, zum Einkaufen oder zu Freunden. Das Kind wird dadurch sicherer, bewegt sich und lernt außerdem die Wege kennen - beste Voraussetzung für die spätere Eigenständigkeit.
Quelle:
AOK - Die Gesundheitskasse. (Artikeldatum: 19.06.2007)