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Tapas

Kennen Sie Tapas?
Tapas, das sind ursprünglich kleine spanische Köstlichkeiten, die untrennbar zur spanischen Lebensart gehören. Aber auch in der deutschen Küche hält diese Art des Fingerfood Einzug.
Tapas werden in Spanien in jeder Bar, Kneipe oder Restaurant gereicht. Von morgens bis spät in die Nacht. Für Tapas ist immer Zeit. In Spanien haben sie eine lange Tradition. Meist stehen die kleinen Häppchen in Schüsseln oder auf Platten auf dem Tresen, zum Teil werden sogar Büfetts aus ihnen zusammengestellt. Dazu trinkt man Wein, Bier, Sherry, Wermut oder Portwein und genießt das Zusammensein mit Freunden.

Eine alte Tradition für die schnelle Küche
Tapa, im Plural Tapas, heißt "Deckel" oder "Abdeckung". Die Bezeichnung stammt von den Deckeln, die in Bars auf die Getränke gelegt wurden, um sie vor Insekten zu schützen. Später wurden aus den Deckeln belegte Brotscheiben, die es gratis zu Wein oder Bier gab. Schließlich kamen die kleinen Gerichte dazu. Auch heute noch sollen manche spanischen Kellner den Teller mit Tapas zuerst auf das Glas stellen.

Ob kalt oder warm, flüssig oder fest, bei Tapas sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Je nach Region gibt es unzählige Arten und Zubereitungsformen. Manche Bars in Spanien bieten bis zu 30 und mehr verschiedene Arten an. Die pikanten, allerdings auch nicht ganz kalorienarmen Häppchen lassen sich als Imbiss oder Vorspeise genießen, aber auch als komplette Mahlzeit. Die einfachsten Tapas sind im Handumdrehen aus wenigen Zutaten gemacht. Am besten man hat die entsprechenden Lebensmittel als Vorrat daheim. Dann können auch unverhofft Gäste kommen und in Kürze die kleinen Köstlichkeiten genießen. Denn Tapas stehen schnell bereit: verschieden gewürzte Oliven, Schinken oder Salami hauchdünn aufgeschnitten, gewürfelter Käse oder in Streifen geschnittene Rohkost, dazu ein paar Brotscheiben. Das sind bereits Tapas, wenn auch sehr schlichte.

Klassisch: Aioli und Albondigas
Die Kombinationsmöglichkeiten der Zutaten sind vielfältig, angefangen von diversen Gemüsesorten über Fleisch und Fisch bis hin zu Meeresfrüchten. Charakteristische Grundlage für Tapas sind Olivenöl und Knoblauch. Als typische Tapa wird beispielsweise Aioli zu Oliven und Weißbrot gereicht. Aioli besteht nach klassischem Rezept aus Öl, Eigelb, Salz und reichlich Knoblauch. Auch Boquerones, das sind roh marinierte Sardellen mit Öl, Petersilie, Zitrone und Knoblauch, oder der Ensalada Russa (russischer Salat mit Kartoffeln, Gemüse, Majonäse) sind beliebte Kleinigkeiten. Albondigas (Hackfleischbällchen), Croquetas (Kartoffelbällchen) oder Sardellenfilets, die allesamt frittiert werden, sind nur einige Beispiele für warme Tapas. Kalorienärmer sind Gemüse-Varianten mit Blumenkohl, Champignons oder Paprika.

Typisch deutsch
Inzwischen haben auch einige heimische Köche das spanische Fingerfood entdeckt und bieten auf ihrer Speisekarte Tapas als regionale Häppchen an. Dabei sind so originelle Rezepte wie die "Hessen-Tapas", kleine Teigböden gefüllt z. B. mit Zwiebel-Apfel-Chutney, oder Ziegenfrischkäse mit "Hessenpesto" entstanden. Als bayrische Varianten gibt es so kreative weiß-blaue Leckerbissen wie Weißwurst-Radl auf schwarzen Linsen oder oder "Blunzn-Tascherl" mit Sauerkraut im Angebot. Oder wie wär’s mit schwäbischen Tapas, auch "Schwapas" genannt, kleine Häppchen wie Laubfrösche mit Fisch gefüllt oder ein Carpaccio aus Maultauschen. Ob diese Tapas-Varianten den Spaniern allerdings auch schmecken, ist noch zu klären.

Buchtipps

"Blutwurst-Lasagne auf Speierling-Sauerkraut". Hessische Kulinaria aus der Adler Afelweinküche von Claus J. Viering, mit Rezepten und Einkaufstipps. Cocon-Verlag Hanau 2008, 96 Seiten, ISBN-13: 9783937774633, Preis: 9,90 Euro "Tapas, Sushi, Antipasti - Fingerfood aus aller Welt" von Jennifer Joyce, Dorling Kindersley, 2006, 224 Seiten, ISBN-13: 9783831008780, Preis: 19,90 Euro "Zwischen Tradition und Moderne. Die expressive Küche von Harald Derfuß". U. a. mit 20 exklusiven "Schwabas"-Rezepten, den schwäbischen Tapas. Umschau Verlag, 2007, 215 Seiten, ISBN-13: 9783865282880, Preis: 39,90 Euro

Letzte Änderung: November 2010

 

Quelle: externer Link AOK - Die Gesundheitskasse. (Artikeldatum: 17.04.2011)

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