
Laut Verbraucherverein aid hält die Werbung nicht, was sie verspricht.
Die speziellen Salzsorten kommen aus Afrika, Asien, Kanada und anderen Ländern und tragen exotisch klingende Namen wie Hawaiian Black Salt, Australien Murray River Salt oder Sel-Himalaya. Doch der größte Unterschied zu herkömmlichem Salz scheint der Preis zu sein, kritisiert der aid Infodienst. 100 Gramm kosten je nach Sorte zwischen 10 und 20 Euro. Dafür sollen sie laut Werbung besonders aus medizinischer Sicht nützlich sein. So wird behauptet, das Salz aus dem Himalaja sei die Quelle ewiger Jugend. Und selbst Beschwerden wie Akne, Übergewicht, Kreislaufprobleme und Leberschäden könne dieses Salz heilen.
Die Wirkungen sollen unter anderem auf dem hohen Gehalt an Mineralstoffen und Spurenelementen sowie einer besonderen Kristallstruktur beruhen. Schon ein kleines Rechenbeispiel lässt erkennen, dass derartige Heilversprechen nicht stimmen können, so eine Sprecherin. Es ist gesetzlich geregelt, dass Salz aus mindestens 97 Prozent purem Salz bestehen muss. Wenn man sich an die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung hält und fünf bis maximal sechs Gramm pro Tag zu sich nimmt, entfallen auf die restlichen Wert gebenden Inhaltsstoffe, wie Mineralstoffe und Spurenelemente folglich nur etwa 150 Milligramm pro Tag. Ob diese geringe Menge eine Genesung oder Verjüngung bewirken könne, sei aus wissenschaftlicher Sicht fraglich. Auch die besondere Struktur der Salze ist nicht belegt, denn alle Salze sind sehr ähnlich aufgebaut. Sie bestehen chemisch gesehen zu mindestens 97 Prozent aus Natrium-Kationen und Chlorid-Anionen. Die restlichen drei Prozent könnten auch hier wenig zu einer veränderten Kristallstruktur beitragen.
Der aid Infodienst rät lieber zu in Deutschland hergestellten Speisesalzen, die mit Jod, Fluorid und Folsäure angereichert sind. Jod kann Schilddrüsenerkrankungen vorbeugen. Fluorid schützt Zähne und Zahnfleisch. Durch den Zusatz von Folsäure können Missbildungen bei Neugeborenen vermieden werden, so die Sprecherin.
Quelle: aid Infodienst
Quelle:
AOK - Die Gesundheitskasse. (Artikeldatum: 06.04.2008)

