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Trinkwasser und Bleigehalt

Zuerst die gute Nachricht: Die Bleikonzentration in der Umwelt und im Blut der Menschen ist bundesweit zurückgegangen. Dazu haben zahlreiche Umweltschutzmaßnahmen beigetragen – und es wird noch mehr getan. Die novellierte Trinkwasserverordnung der EU sieht vor, dass der deutsche Grenzwert von früher 40 Mikrogramm Blei pro Liter Trinkwasser, jetzt 25 Mikrogramm Blei pro Liter (bis 01.12.2013) auf danach 10 Mikrogramm pro Liter gesenkt wird. Das ist sehr positiv, aber eine alte Problematik bleibt: Das Gift kann auch durch alte Wasserrohre aus Blei ins Trinkwasser geraten. Diese sind noch immer weit verbreitet. Betroffen sind meist ältere Installationen.

Vor allem gefährdet: Kinder und Schwangere
Bei den Kleinen kann schon eine geringe Menge dem Nervensystem schaden. Auch Frauen im gebärfähigen Alter sind besonders betroffen. Langfristig lagert sich nämlich Blei in den Knochen ab. Bei einer Änderung im Mineralstoffwechsel – zum Beispiel in der Schwangerschaft – wird das Blei wieder mobilisiert. Daher soll auch ungeborenes Leben in besonderem Maße durch die Verordnung geschützt werden.

Wenige kennen die Gefahr
Eine Studie der Behörde für Umwelt und Gesundheit an 248 Hamburgerinnen zwischen 20 und 30 Jahren fand bei der Hälfte der Teilnehmerinnen Blei im Trinkwasser. In 117 Haushalten überschritt die Probe den künftigen Trinkwassergrenzwert von 10 Mikrogramm. Dabei konnten die wenigsten Betroffenen Aussagen über das Leitungsmaterial der häuslichen Trinkwasserversorgung machen.

Was tun bei einem Verdacht?
Bleileitungen können in Häusern vorkommen, die vor 1970 gebaut wurden. Wie erkennt man, ob man noch über Bleirohre im Keller verfügt? Vermieter und Hausvorbesitzer können meist Auskunft über das Material der verlegten Rohre geben. Falls nicht, weiß vielleicht das örtliche Gesundheitsamt Bescheid. Dort sind gewöhnlich alle Liegenschaften mit Bleirohren aufgelistet. Wenn man dort das eigene Haus nicht findet, aber begründeter Verdacht besteht, sollte durch eine Wasseranalyse Sicherheit geschaffen werden.

Verdächtige Installationen kann man an folgenden Merkmalen erkennen: Blei ist ein weiches Material, weshalb die Leitungen oft in weiten Bögen verlegt wurden. Die Lötstellen sind wulstig und nach einem Schlag mit einem schweren Gegenstand klingen sie dumpf. Im ungestrichenen Zustand sind sie grau. Leitungen kann man dort einsehen, wo sie über dem Putz liegen, z. B. an der Wasseruhr.

Bis zum Austausch der Bleirohre kann man durch folgende Tipps, die Bleibelastung im Trinkwasser senken: Trinken Sie kein Stagnationswasser! Das ist Wasser, das längere Zeit in der Leitung stand. Daher das kühle Nass so lange abfließen lassen, bis es mit gleich bleibender Temperatur aus der Leitung kommt. Babynahrung bei Verdacht auf Bleirohre mit Trinkwasser aus dem Handel zubereiten.

Letzte Änderung: November 2010

 

Quelle: externer Link AOK - Die Gesundheitskasse. (Artikeldatum: 17.04.2011)

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