
Falsche Ernährung und zu hastiges Essen sind häufig Auslöser von Blähungen. Wie Sie sich vor zu viel Wind schützen können, erfahren Sie hier.
Flatulenz, Meteorismus, Gasbildung das hört sich nach Wetterkunde an. Tatsächlich bezeichnen die Begriffe aber die Folge von Verdauungsbeschwerden: Blähungen (lat. flatus, Wind) und Blähsucht (gr. meteor, in der Luft befindlich). Rund 15 Liter Gase entstehen während der Verdauung einer normalen Mahlzeit im menschlichen Darm. Die meisten entweichen beim Ausatmen, nur rund zwei Liter als Wind. 20-mal Wind lassen pro Tag ist völlig normal, wers häufiger tut, leidet an Flatulenz.
Wissenschaftler machen im wesentlichen zwei Gründe dafür aus: die Ernährung und zu hastiges Essen. Wer zu schnell isst, schluckt viel Luft, die den Magen aufbläht. Mit langsamem und bewusstem Essen lässt sich dieses Problem schnell in den Griff bekommen.
Hauptursache für Flatulenz ist jedoch die Ernährung. Gase, die zu Blähungen führen, werden von der Dickdarmflora gebildet. Sie entstehen, wenn nicht verdaute Kohlenhydrate, also Stärke und Zucker, in den Dickdarm gelangen. Je mehr Kohlenhydrate gegessen wurden, desto mehr Darmgase entstehen, erläutert AOK-Ernährungsberaterin Katharina Bär. Blähfördernd wirken aber auch Süßigkeiten, sehr fetthaltige Speisen und kohlesäurehaltigen Getränke. In diesen Fällen kann eine Ernährungsumstellung in der Regel helfen. Schlimmer wird es, wenn die Gase nicht mehr abgehen, sondern sich im Darm oder in der Bauchhöhle sammeln (Meteorismus). Wer ständig ein Völlegefühl oder Bauchkrämpfe hat, sollte dies auf jeden Fall von einem Arzt abklären lassen. Mögliche Ursachen können dann auch ernstere Verdauungserkrankungen wie Reizdarm, Zöliakie (Erkrankung der Dünndarmschleimhaut), Milch- oder Fruchtzuckerunverträglichkeit sein. Auch durch Stress oder Angst können Blähungen ausgelöst werden.
Wer nicht zu viel Wind mit seiner Verdauung machen will, sollte Knoblauch, Bohnen, Steinobst und kohlensäurehaltige Getränke meiden. Allerdings gibt es immer individuelle Unterschiede in der Verträglichkeit. Mancher verträgt etwa Zwiebeln, Steinobst dagegen nicht. Daher ist es sinnvoll, individuell darauf zu achten, welche Lebensmittel blähen, rät AOK-Ernährungsberaterin Christina Herzog. Auch Kaugummikauen und Rauchen fördert Flatulenz, zu scharf gewürzte Speisen ebenfalls. Rohes Gemüse ist zwar gesund, der Darm verträgt es jedoch besser, wenn es vor dem Verzehr leicht gedünstet wird. Hilfreich ist auch, vor dem Essen in kleinen Schlucken stilles Mineralwasser zu trinken und danach einen kleinen Verdauungsspaziergang zu unternehmen. Bei akuten Blähungen helfen Teeaufgüsse mit Kümmel, Pfefferminze, Fenchel, Anis oder Ingwer. Lindernd wirkt auch eine Wärmeflasche auf dem Bauch.
Übrigens: Mit der Flatulenz lässt sich nicht nur Wind, sondern manchmal auch Geld machen: Anfang des 20. Jahrhunderts feierte der Franzose Joseph Pujol als Wind-Künstler (Flatulist) Triumphe auf der Bühne. Und bis vor wenigen Jahren sorgte Mr. Methane, ein britischer Flatulist, mit seinen Geräuscheffekten für Unterhaltung.
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Quelle:
AOK - Die Gesundheitskasse. (Artikeldatum: 29.05.2008)

