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Zu viel Salz in Fertiggerichten

Wer regelmäßig zum Fertiggericht greift, nimmt mit einem Tellergericht fast schon die empfohlene Tagesmenge an Salz zu sich - so das alarmierende Ergebnis einer Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW.

FertiggerichtDie Verbraucherschützer hatten im August/September 2010 den Salzgehalt in Fertigmenüs für die Mikrowelle genauer unter die Lupe genommen. Im Fokus standen dabei 103 Tellergerichte mit Hausmannskost, deren Kalorien- und Hauptnährwerte in einer Tabelle auf der Verpackung aufgelistet waren. Lediglich bei sechs Packungen war ausdrücklich die Salzmenge für die jeweilige Rezeptur angegeben. Bei 84 Menüs stießen die Tester statt auf Salz lediglich auf den Natriumgehalt. Bei 13 Produkten suchten sie beides vergebens.

Kopfrechnen im Supermarkt


Bislang muss die Salzmenge bei verarbeiteten Lebensmitteln nicht auf der Verpackung verzeichnet werden. Stattdessen geben viele Hersteller die Salzmenge in Form des Natriumwerts - der nur ein chemischer Bestanteil von Kochsalz ist - auf der Packung an. Um den wahren Salzgehalt zu erfahren, müssen Kunden im Supermarkt somit erst einmal eine Rechenaufgabe lösen: Wer sich nämlich über den Salzanteil im jeweiligen Produkt informieren möchte, muss erst den Natriumwert mit dem Faktor 2,54 multiplizieren. Hier finden Sie einen externer Link Online-Rechner, mit dem Sie anhand des Natriumgehalts den Salzgehalt bestimmen können.

Gift für den Blutdruck


Diese Praxis ist nicht nur verbraucherunfreundlich, sondern auch höchst bedenklich. Denn: Ein hoher Konsum von Kochsalz ist Gift für den Blutdruck der Bevölkerung und erhöht das Risiko gefährlicher Herz- und Kreislauferkrankungen rapide. Mit durchschnittlich 4,35 Gramm Salz liefert ein Tellergericht mehr als zwei Drittel der täglichen Maximalmenge von sechs Gramm für einen Erwachsenen.

Gehäufter Teelöffel Salz pro Gericht


Teelöffel mit SalzTatsächlich wird die Tagesmenge von sechs Gramm Salz beim Genuss des Fertiggerichts in vielen Fällen locker erreicht. So enthielten in der Stichprobe etwa die von TV-Koch Schuhbeck kreierten "Nürnberger Rostbratwürstchen auf Apfelkraut" den Spitzenwert von 7,21 Gramm an salziger Würze. Sein "Backofenleberkäse in Bratensauce" wies gerade mal 0,2 Gramm weniger - nämlich 7,01 Gramm an Salz auf. Das entspricht mehr als einem gehäuften Teelöffel Salz. Eine Portion "Schweinegulasch in pikanter Sauce" der Handelskette REWE deckte mit 6 Gramm exakt die höchstens empfohlene Tagesmenge.

Fünffacher Salzgehalt


Fertiggerichte werden von Konsumenten nicht nur wegen ihrer Rezeptur, sondern auch mit Blick auf den Kaloriengehalt ausgewählt. In punkto Salzmenge ist dies oftmals eine fatale Entscheidung: Bei der deftigen Hausmannskost im Test waren die Kalorien der einzelnen Gerichte eher niedrig, die Salzmenge hingegen viel zu hoch: bei 89 von 90 Mikrowellen-Menüs weit mehr als doppelt so hoch, in 15 Fällen übertraf der genannte Salzanteil den Brennwert sogar um das Fünffache.

Tipp: Einzige Orientierungshilfe bisher: Neben dem Natriumgehalt wird eine Prozentangabe genannt. Diese sollte nur wenig höher liegen als die entsprechende Prozentangabe neben den Kalorien. Produkte ganz ohne Angaben lässt man besser gleich im Supermarktregal liegen.

Den vollständigen Bericht zum Marktcheck finden Sie unter externer Link www.vz-nrw.de/salzbericht.

 

Quelle: externer Link Verbraucherzentrale NRW (Artikeldatum: 27.10.2010)

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