
Lebensmittelzusatzstoffe sind Helfer aus uralten Zeiten. Bereits unsere Großmütter nutzten schon Pottasche zum Backen, Karamell zum Bräunen und Rauch zum Konservieren. Das Aromatisieren, Färben oder Konservieren ist also keine Erfindung unserer heutigen Zeit.
Geprüft und als unbedenklich befunden
Zusatzstoffe sind Stoffe oder Stoffgemische, die Lebensmitteln absichtlich zugesetzt werden. Sie sollen z. B. die Backfähigkeit eines Lebensmittels, seine Farbe, Aroma oder Konsistenz verbessern. Außerdem können sie auch die Haltbarkeit verlängern.
Zusatzstoffe, die Lebensmittelprodukten beigegeben werden, müssen aufwändige Zulassungsverfahren durchlaufen. Im Tierversuch werden hierfür die gesundheitlich unbedenklichen Höchstmengen ermittelt. Dieser Wert wird – um die Sicherheit zu erhöhen – durch 100 geteilt. So erhält man den so genannten ADI-Wert (Acceptable daily intake). Eine solche Menge darf täglich auch über Jahre hinweg keine Schäden verursachen. Allerdings kann es sein, dass jemand auf einen Stoff pseudoallergisch reagiert. Zusatzstoffe sind jedoch nicht, wie oft vermutet, die häufigsten Auslöser für pseudoallergische Reaktionen. Dies sind natürliche Lebensmittel wie Kuhmilch, Weizen, Hühnerei und Nüsse.
E-Nummern
Der besseren Übersicht wegen wurden die verschiedenen Zusatzstoffe – immerhin mehrere Hundert zugelassene Substanzen – mit E-Nummern versehen. Diese Nummern gelten in der gesamten EU. Egal, wo man ein Lebensmittel kauft, das ausgewiesene E 200 beispielsweise steht immer für Sorbinsäure, ob in England oder in Italien.
Um die Einordnung des Zusatzstoffes zu erleichtern und für eine bessere Kontrolle werden die einzelnen Zusatzstoffe außerdem in unterschiedliche Klassen unterteilt. Der Klassenname bezeichnet den technologischen Zweck eines Zusatzstoffes.
Ein Beispiel: Ascorbinsäure (E 300) gehört zu den Zusatzstoff-Klassen: Antioxidationsmittel, Säuerungsmittel, Stabilisator und Mehlbehandlungsmittel. Je nach dem für welchen Zweck der Zusatzstoff im Lebensmittel verwendet wird, muss der jeweilige Klassenname angegeben werden.
Allergien durch Zusatzstoffe?
Trotz der strengen Zulassungsvorschriften kann es sein, dass empfindliche Personen auf bestimmte Zusatzstoffe mit allergieähnlichen Symptomen reagieren (Nesselsucht, Asthma, tränende Augen, tropfende Nase und Hautödeme). Etwa 0,01 bis 0,2 Prozent der Bevölkerung sind hiervon betroffen. Diese Reaktionen gehören in der Regel nicht zu den echten Allergien, da das Immunsystem nicht daran beteiligt ist. Weil aber die Symptome ähnlich sind, spricht man von Pseudoallergien
Diese Zusatzstoffe können bei empfindlichen Personen unerwünschte Reaktionen auslösen:
Den Betroffenen hilft in der Regel ein Blick auf die Zutatenliste, um die problematischen Zusatzstoffe zu vermeiden.
Versteckte Allergene?
Viele Menschen mit Lebensmittel-Unverträglichkeitsreaktionen können seit November 2005 aufatmen: Die neue Allergen-Kennzeichnung hat in vielen Fällen ihre Probleme bei der Speisenauswahl verringert. Zusatzstoffe können allerdings nicht deklariert, wohl aber enthalten sein, wenn sie im Endprodukt, im eigentlichen Lebensmittel, keine technologische Wirkung mehr ausüben - sie aber gleichwohl noch vorhanden sind. Ein Beispiel dafür ist der Kartoffeleintopf mit Speck: Die Nitritpökelsalz des Specks müssen nicht deklariert werden. Auch so genannte technische Hilfsstoffe müssen nicht gekennzeichnet werden. Sie unterstützen technische Prozesse in der Lebensmittelherstellung, zum Beispiel das Schälen von Kartoffeln. Zwar werden diese Stoffe anschließend wieder entfernt, jedoch können Spuren von ihnen im Lebensmittel zurückbleiben.
Für Personen mit Unverträglichkeitsreaktionen auf Zusatzstoffe haben diese beschriebenen Fälle in der Regel keine Bedeutung, denn die verwendeten Mengen sind zu gering, als dass sie eine Reaktion auslösen könnten. Der Grund: Die Wirkung ist abhängig von der Dosis. Im Gegensatz zu Allergien werden geringe Mengen eines Stoffes oft vertragen und zeigen keine Wirkung.
Fazit
Wer möglichst wenig Zusatzstoffe über die Nahrung aufnehmen möchte, sollte seine Speisen aus möglichst naturbelassenen Lebensmitteln selbst herstellen.
Eine Übersicht zu allen Lebensmittelzusatzstoffen finden Sie
hier.
Letzte Änderung: November 2010
Quelle:
AOK - Die Gesundheitskasse. (Artikeldatum: 17.04.2011)

